Leben mit Reizdarm

Mein Name ist Britta. Mit dieser Website möchte ich Menschen mit Reizdarm und anderen Magen- und Darmproblemen helfen, die für sie richtige Therapie und Ernährung zu finden. Beides ist individuell. Auf der Website und im Blog kommen Betroffene zu Wort und berichten, wie sie mit Reizdarmsyndrom umgehen. 

Mein Leben mit Reizdarm

Bei mir fing es mit Bauchkrämpfen an. Mit 15 Jahren habe ich das erste Mal die Diagnose “Reizdarmsyndrom” erhalten, als mein Hausarzt trotz ausführlicher Untersuchungen keine Ursache finden konnte. Später, als ich für meinen ersten Job nach Wien zog, kamen neue Symptome hinzu. Monatelang litt ich unter einem Blähbauch und Sodbrennen. Eine Magenschleimhautentzündung galt als die Ursache der Beschwerden. Aber auch als die Entzündung abgeklungen war, blieb das Sodbrennen und steigerte sich über die Jahre sogar zum Reflux.


Ich habe mich nach traditionell chinesischer Medizin behandeln lassen, um meinen Reizdarm und Reizmagen in den Griff zu bekommen. Dazu gehörten Akkupunktur und die Einnahme chinesischer Kräuter. Das linderte die Beschwerden, änderte aber offenbar nichts an der Ursache, denn die Symptome, Sodbrennen, Reflux und Blähungen, kamen zurück. 

 

Die Lösung schien in Sicht, als ich eine Operation am Zwerchfell vornehmen ließ, um eine Hernie zu schließen. Seitdem habe ich keinen Reflux mehr, und nur selten Sodbrennen. Aber stattdessen kämpfte ich mit häufigem Durchfall und noch stärkere Blähungen.

In der Zwischenzeit war ich von Wien nach Nizza und von Nizza nach Dublin umgezogen. Mit jedem Umzug wurden die Reizdarmbeschwerden schlimmer und schränkten meine Lebensqualität weiter ein. 

Diagnose Reizdarmsyndrom - Tee trinken und entspannen?

Über die Jahre hatte ich immer wieder Untersuchungen machen lassen, Allergietests, Test auf Candida albicans, Helicobacter Pylori und Sibo, außerdem Röntgen, Ultraschall, Magenspiegelung… ohne eine Erklärung für meine Beschwerden zu finden. Mit dem Land, in dem ich lebte, änderten sich die Symptome und die Ärzte. Aber die Diagnose “Reizdarmsyndrom” blieb gleich. Ich zweifelte an der Qualifikation der Ärzte, die mir empfahlen, mich zu entspannen und Kräutertees zu trinken. 

Mit der low fodmap-Diät gegen Reizdarmsyndrom

Während meiner Zeit in Dublin bin ich das erste Mal auf die low fodmap-Diät gestoßen. Schnell war ich von der Forschung der Monash Universität überzeugt, und beschloss, mir das Wissen anzueignen, um mich low-fodmap zu ernähren.

 

Anfangs war es hart, ich führte ständig eine “grüne” und eine “rote” Liste an Lebensmitteln mit mir und es fiel mir schwer, auf so viele Dinge zu verzichten. Aber die Blähungen und der Durchfall wurden mit der low-fodmap Diät deutlich weniger. Ich konnte wieder mehr unternehmen, blieb nicht mehr nur noch allein zu Hause aus Angst ständig zur Toilette zu müssen oder vor peinlichen Momenten. 

 

Die low-fodmap Diät war ein toller Erfolg, weil sie mir zeigte, wie sich mein Leben anfühlt, wenn es nicht so stark durch meine Magen- und Darmprobleme bestimmt wird. Aber leider stieß ich mit der Diät an meine Grenzen. Sobald ich versuchte, Lebensmittel wieder einzuführen, kamen die Symptome zurück. 


Stress als Ursache für Reizdarmbeschwerden

Nach zwei Jahren in Dublin zog es mich zurück nach Deutschland. Ich hatte schon lange davon geträumt, in München zu leben und bekam dort meinen Traumjob. Ich hoffte, dass es auch meinem Magen und Darm gut tun würde.

Womit ich nicht gerechnet hatte, war, dass alles noch viel schlimmer werden würde. Die Blähungen und der Durchfall wurden unerträglich. Ich bekam Schlafstörungen, schlief in vielen Nächten nur noch 2-3 Stunden und konnte mich nicht mehr konzentrieren. Der Traumjob wurde zur Belastung, ich wusste nicht mehr, wie ich meinen Alltag schaffen sollte mit dem “brain fog” und der Erschöpfung. Ich fühlte mich leer .

Paleo-Therapie gegen eine durchlässige Darmwand ("leaky gut")

Ich hatte aber auch eine gute Ärztin gefunden, die ihre Diagnose nicht auf Reizdarmsyndrom beschränkte. Sie sagt, dass in den meisten Fällen unerkannte Unverträglichkeiten und/oder eine geschädigte Darmflora oder Darmwand hinter Reizdarmsymptomen stecken. Sie ordnete ausführliche Stuhl- und Blutproben an. Die Ergebnisse waren nicht gut, und mit der Hilfe der Ärztin begann ich meinen Darm zu sanieren.

 

Meine Ärztin brachte mich auf die “Paleo-Therapie”, eine sehr strenge Form der Paleo-Ernährung, die darauf ausgerichtet ist, die Darmwand zu heilen und autoimmun-Reaktionen im Körper zu reduzieren. Damit adressiert die Therapie die Ursache für Magen- und Darmprobleme, und nicht nur die Symptome.

Vier Monate lang hielt ich mich sehr streng an die Diät und bereitete alle meine Mahlzeiten selbst zu. Das nahm viel Zeit in Anspruch und stresste mich. Mein Sozialleben war auf ein Minimum reduziert und der Verzicht auf so viele Dinge, die ich gerne esse und trinke, fiel mir sehr schwer.

 

Doch der Erfolg gab der Therapie recht: Nach zwei Monaten waren die Symptome deutlich reduziert, ich schlief wieder besser, hatte weniger Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall, und meine Blutwerte waren phänomenal. Die Paleo-Therapie war ein Erfolg. Aber sie reichte nicht. 

Reizdarmsyndrom und Depressionen

Und trotzdem stimmte etwas nicht. Kleinigkeiten, ob in der Arbeit oder in meinem Privatleben, brachten mich an meine Grenzen. Ich fühlte mich überhaupt nicht mehr belastbar, ausgebrannt und leer. Ich schob dies, wie schon die ganzen Jahre zuvor, auf meine Reizdarmsymptome. Meine Lebensqualität war so stark eingeschränkt, sowohl durch die Symptome, als auch durch die Diät, dass ich nur noch wenig Freude empfand. 

 

Da entschloss ich mich zu einer Psychotherapie. Schon in der zweiten Sitzung kam das Thema "Depression" auf. Es hat ein paar Wochen gedauert, bis ich die Diagnose “Depression” akzeptieren konnte, aber im Nachhinein ergibt vieles dadurch einen Sinn. Die Leere und Freudlosigkeit, die mich schon so lange begleitet haben. Das Gefühl, nicht mehr am Leben teilzuhaben, auch wenn ich mich mitten unter Freunden befand. Die massiven Schlaf- und die Konzentrationsstörungen. 

Die richtige Therapie für deinen Reizdarm finden

Reizdarm und Depression

Ich mache seit einigen Monaten eine Psychotherapie, begleitet durch Medikamente. Es geht mir besser, ich konnte viele Lebensmittel wieder einführen, die ich in der strengen Phase der Paläo-Therapie gemieden habe, und habe trotzdem nur noch wenig Magen- und Darmprobleme. Ich gewinne jeden Tag an Lebensqualität und Lebensfreude zurück! 

 

Mit dieser Website möchte ich dir Mut machen, die richtige Therapie/ Diät für dich zu finden und beschwerdefrei zu werden. Du kannst dir die Umstände nicht aussuchen, dass du zum Beispiel einen empfindlichen Magen und Darm hast, oder viele Lebensmittel nicht verträgst. Aber du kannst selbst wählen, wie du damit umgehst.

Nimm deine Gesundheit und dein Wohlbefinden selbst in die Hand, suche dir einen guten Arzt oder Ernährungsexperten und arbeite mit ihm oder ihr gemeinsam daran, deinen Körper zu heilen.

 

Ärzte und Experten zeigen dir mögliche Wege auf, ausprobieren musst du sie jedoch selbst, denn niemand kennt deinen Körper so gut wie du. Dies bedeutet vermutlich, dass du auf Dinge verzichten musst, die du gerne isst, trinkst oder tust. Wahrscheinlich bedeutet es, dass du deinen Lebensstil ändern und mehr Ruhe finden musst. Aber das ist es wert, wenn du dadurch Lebensqualität und Freude zurück gewinnst. Sei frei und leben dein Leben!


Die Informationen auf dieser Webseite sind keine medizinische Beratung, sondern zur Information und Motivation für Reizdarm Betroffene gedacht, aktiv daran zu arbeiten, beschwerdefrei zu werden. Wenn du gerne teilen möchtest, wie es dir ergeht, dann kontaktiere mich per Email an britta@lebenmitreizdarm.de oder über das Formular rechts. Ich versuche jede Nachricht zu beantworten. Ich pflege die Website und den Blog in meiner Freizeit, daher sieh es mir nach, falls es länger dauert mit der Antwort. 

 

Ich bin keine Ärztin, auch keine Ernährungsberaterin. Die Inhalte auf dieser Website beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen, beziehungsweise auf den zitierten Quellen. 

  

Ich empfehle allen, die unter Reizdarm-ähnlichen Beschwerden leiden, diese mit einem Arzt abzuklären um mögliche organische Ursachen auszuschließen!


Bilder: Sapna Richter, www.sapnarichter.com