Sodbrennen und Reflux bei Reizdarm

Sodbrennen Reizdarm

Sodbrennen und Reflux - wie fühlt sich das an?

Sodbrennen macht sich als Druck oder Brennen im Magen bemerkbar, als Luft im Oberbauch, mit häufigem Aufstoßen, als Ziehen in der Brust, oder als Magenschmerzen. Bei mir äußert sich Sodbrennen zudem als Hungergefühl, als wäre in meinem Magen gähnende Leere. Tatsächlich wird das Sodbrennen weniger, wenn ich etwas esse. Denn durch die Nahrung ist die Magensäure erstmal beschäftigt. Oft ist das mit dem Essen aber genau andersherum: Sodbrennen tritt nach einem reichhaltigem Essen, schwerem und fettigem essen auf. 

 

Kommt beim Aufstoßen saurer Mageninhalt nach oben, spricht man von Reflux. Sowohl Sodbrennen als auch Reflux ist an und für sich nicht problematisch und vergeht in den meisten Fällen auch wieder. Typische Zeiten für Sodbrennen sind Weihnachten, mit den vielen süßen Sachen und Glühwein in der Vorweihnachtszeit, den reichhaltigen Mahlzeiten an den Feiertagen und dann auch noch dem Alkoholkonsum an Silvester - meinen Magensäure läuft in dieser Jahreszeit jedes Mal zur Hochform auf. In diesen Zeiten kann man sich mit Hausmitteln gegen Sodbrennen weiterhelfen. Wenn dich vorrangig die Mittel gegen Sodbrennen interessieren, scrolle ganz nach unten.  

 

Problematisch wird es jedoch dann, wenn das Sodbrennen oder der Reflux häufig auftreten. Das ist nicht nur unangenehm oder sogar schmerzhaft, sondern kann langfristig auch zu einem Magengeschwür führen. Wenn du häufig Sodbrennen oder Reflux hast, geh damit zum Arzt!

3 mögliche Ursachen für dein Sodbrennen

Sodbrennen Reizdarm
  1. Stress und Sodbrennen: Was passiert bei Stress? Stark vereinfacht kann man sich das so vorstellen: Der Körper reagiert auf akuten Stress in der Arbeit oder im Privatleben so, als wenn gerade ein Tyrannosaurus Säbelzahntiger um die Ecke käme und es um Leben und Tod ginge. Das Blut schießt in die Beine, was gut ist, wenn man vor dem Säbelzahntiger fliehen möchte. Das heißt aber auch, dass das Blut den Magen-Darm-Trakt verlässt und die Aktivität in diesem Bereich nachlässt. Die Alarmbereitschaft verlangt dem Körper so viel Energie ab, dass sie für den reibungslosen Betrieb im Magen und Darm nicht mehr ausreicht. Sodbrennen-Alarm!
  2. Zu viele Genussmittel: Es ist so unfair. Vielen meiner Freunde und Bekannten scheinen Süßigkeiten, Alkohol und Zigaretten gar nichts auszumachen. Meinen Magen bringen sie auf 180, beziehungsweise die Magensäureproduktion auf Hochtouren.
    • Alkohol und Sodbrennen: Alkohol ist eine saure Flüssigkeit, selbst dann, wenn er süß schmeckt. Die Säure regt die Produktion von Magensäure an. Außerdem wirkt Alkohol entspannend auf den Schließmuskel der Speiseröhre, was dazu führen kann, das Mageninhalt in die Speiseröhre gelangt, also zu Reflux. 
    • Rauchen und Sodbrennen: Rauchen reduziert die Produktion von Speichel. Speichel aber schütze die Magenschleimhaut, weil er basisch ist und die Magensäure bis zu einem gewissen Grad neutralisiert. Zusätzlich sorgt der Zigarettenrauch dafür, dass der Speichel weniger basisch ist. Als wenn das noch nicht genug wäre, sammeln sich die Schadstoffe aus dem Rauch im Speichel, gelangen so in die Speiseröhre und den Magen und reizen die Magenschleimhaut. Das mit dem Rauchen lassen wir mal lieber!
    • Kaffee und Sodbrennen: gehört bei mir leider auch zu den Kandidaten für Sodbrennen, trotz schonender Brühung (Tipps für den Kaffeegenuss bei empfindlichen Magen oder Reizdarm findest du hier).
  3.  Gastritis: Auch eine Gastritis, also Magenschleimhautentzündung, kann die Ursache von Sodbrennen sein. Eine Magenschleimhautentzündung entsteht dann, wenn die Schleimhaut beschädigt ist (zum Beispiel aufgrund von zu viel Magensäure), und die Säure die Schleimhaut angreift.  Die Diagnose, ob eine Gastritis vorliegt, erfolgt meistens anhand einer Magenspiegelung (Gastroskopie), bei der ein Endoskop in den Magen eingeführt wird.  Das stellen sich die meisten Leute schlimmer vor, als es wirklich ist.  Auch hier stellt sich wieder die Frage, was die Ursache der Magenschleimhautentzündung ist? Stress ist in vielen Fällen ein Auslöser. 

Behandlung von Sodbrennen und Reflux mit Protonenpumpenhemmern

Sodbrennen und Reflux und Reizdarm

Die Standardbehandlung von Sodbrennen und Reflux ist die Einnahme von  Protonenpumpenhemmern, die auch als Magensäureblocker bekannt sind. Ich selbst habe damit jahrelange Erfahrung gemacht, und zwar erst mal gar nicht so schlechte. Denn mit einer kleinen Tablette waren meine Sodbrennen Symptome für 24 Stunden beseitigt. Die einzige Nebenwirkung, die ich verspürt habe, war Magnesium-Mangel (dazu unten mehr). Tatsächlich stehen Protonenpumpenhemmer aber unter dem Tatverdacht, die Darmbarriere durchlässig oder den "Darm löchrig" zu machen (aka "leaky gut"). 

Sehr wahrscheinlich ist es, dass sich die eigentliche Ursache für das Sodbrennens durch die Magensäureblocker noch verschärft. Wer sie länger als vier Wochen nimmt, kommt nur schwer wieder davon los, denn:

  • Die Magensäureproduktion wird durch die Einnahme so gut wie oder ganz unterdrückt. Die Magensäure hat durchaus ihre Berechtigung, wir brauchen sie, um Nahrung, vor allen Dingen Eiweiß, zu verdauen.
  • Das bedeutet: Weniger Magensäure, schlechtere Verdauung. Was zu neuen Symptomen wie Blähungen oder Verstopfungen führen kann. 
  • Sobald man das Medikament absetzt, produziert der Körper besonders viel Magensäure, und schon treten die Beschwerden wieder auf. Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen.
  • Protonenpumpenhemmer stören die Aufnahme von Magnesium. Das hat sich bei mir durch Muskelkrämpfe bemerkbar gemacht, weshalb ich zusätzlich Magnesium eingenommen habe. Und zwar in relativ hohen Dosen, weil es so schlecht aufgenommen wurde. Ein Magnesiummangel kann widerum Ursache von Sodbrennen sein. 

Protonenpumpenhemmer gegen Sodbrennen, ja oder nein?

Protonenpumpenhemmer oder auch Magensäureblocker bekämpfen also die Symptome von Sodbrennen, nicht aber die Ursache. Natürlich ist es vertretbar, bei akutem Sodbrennen oder Reflux auf Magensäureblocker zurückzugreifen, und es gibt auch Situationen, in denen krankheitsbedingt oder aufgrund der Einnahme anderer Medikamente ein Protonenpumpenhemmer sinnvoll sind. Aber als Dauertherapie gegen Sodbrennen kann ich nur davon abraten! Stattdessen solltest du die Ursache für dein Sodbrennen herausfinden. Und in der Zwischenzeit auf Hausmittel und natürliche Heilmittel gegen Sodbrennen zurückgreifen. 

Sodbrennen und Reizdarm

Viele Reizdarm-Betroffenen haben Sodbrennen. Umgekehrt erfolgt aber selten die Diagnose Reizdarm aufgrund von Sodbrennen. Bei mir war und ist Sodbrennen ein Teil des Reizdarm-Mix, und wie die anderen Reizdarm Symptome kommt und geht auch das Sodbrennen, abhängig von meiner psychischen Belastung (Stress!) und meiner Ernährung. Wenn ich angespannt oder nervös bin, mich überfordert fühle mich einer Situation oder mich über etwas ärgere, spüre ich, wie sich mein Magen zusammenzieht. Meistens reagiert er schon kurze Zeit darauf sauer - im wahrsten Sinne des Wortes. Die Magensäureproduktion wird angekurbelt, ich bekomme Sodbrennen und muss häufig Aufstoßen. Die restliche Luft wandert weiter in den Darm, ich bekomme Blähungen, oder auch Bauchschmerzen. Das ganze System hängt zusammen. 

Was tun gegen Sodbrennen und Reflux?

Stelle deinen Lebensstil und deine Ernährungsgewohnheiten, beziehungsweise den Konsum von Genussmitteln auf den Prüfstand. Weil wir uns selbst gegenüber nicht unbedingt objektiv sind, macht es Sinn, dass du dies mit einem Experten, einem Arzt oder Heilpraktiker, gemeinsam tust. Am besten führst du für mindestens eine Woche ein Ernährungstagebuch, dann kann sich der Experte gleich ein Bild von deiner Ernährung machen. 

Wenn dein Sodbrennen oder Reflux schon länger anhalten, dann solltest du unbedingt zum Arzt gehen, um zu vermeiden, dass aus daraus langfristig ein Magengeschwür wird. 

Hausmittel gegen Sodbrennen und Reflux

Diese Mittel wirken zwar keine Wunder, aber durchaus unterstützend und ersetzen bei mir weitgehend die Protonenpumpenhemmer. 

Käsepappeltee gegen Sodbrennen*

Sonnentor "Glückstee" mit Käsepappel als

Basenpulver beugt Sodbrennen vor

Basenpulver neutralisiert. Ein bis drei Mal pro Tag 1 Teelöffel des Pulvers in ein Glas Wasser einrühren und die milchige Flüssigkeit  mit einem Abstand von mindestens einer Stunde vor oder nach dem Essen trinken.