Magenschmerzen

Magenschmerzen

Starke Magenschmerzen waren der Grund dafür, dass ich zum ersten Mal zahlreiche Untersuchungen meines Magen und Darms durchführen ließ.

 

Die Ärzte konnten jedoch keine Ursache für die plötzlich und immer wieder auftretenden Magenschmerzen finden. Als auch viele Untersuchungen später nichts festzustellen war, was die Magenschmerzen auslöste, bekam ich die Diagnose "Reizdarmsyndrom".  

 

Aber es gibt natürlich auch noch andere Gründe für starke Magenschmerzen.



Magenschmerzen, was kann das sein?

Wenn deine Magenschmerzen schon länger anhalten oder immer wieder auftreten, solltest du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Das kann erstmal dein Hausarzt sein. 

Er wird dich, je nach Befund, an Spezialisten weiterverweisen.

 

Es ist ganz wichtig, dass mögliche Ursachen für deine Symptome abgeklärt werden! Die Ärzte müssen sicher gehen, dass kein Magenschleimhautentzündung (Gastritis), keine Gallensteine oder eine andere, möglicherweise schwerwiegende Erkrankung für deine Magenschmerzen verantwortlich ist. 

 

Im Rahmen dieser Untersuchungen sollte auch geklärt werden, ob deine Magenschmerzen aufgrund von Nahrungsmittelunverträglichkeiten, wegen einer Pilzinfektion (Helicobacter) oder aufgrund von Zöliakie entstehen.  

Wenn du diese Prozedur schon hinter dir hast, und keine Ursache für deine Magenschmerzen gefunden wurde, dann ist das erstmal eine gute Nachricht! 

  

In diesem Fall wirst du auf dieser Webseite hilfreiche Infos und Tipps finden, wie du deine Magenschmerzen in den Griff bekommen kannst. 

 

Dabei ist es nicht entscheidend, ob du die Diagnose "Reizdarm" oder kein Diagnose erhalten hast. Wichtig ist, dass deine Ärzte keine schwerwiegende Krankheit feststellen konnten. 

Was ist Reizdarmsyndrom? Hier erfährst du mehr über Reizdarm und darüber, ob auch du möglicherweise davon betroffen bist. 

Magenschmerzen was tun?

Magenschmerzen fühlen sich jedem etwas unterschiedlich an, und davon abhägig ist auch, was sich am einfachsten dagegen tun lässt. 

  • Magenschmerzen im Oberbauch: Bei manchen kommen Magenschmerzen wie ein starkes Hungergefühl daher, oder wie Schmerzen im Herzbereich. Der Grund dafür kann Sodbrennen sein. Mehr zum Thema Sodbrennen und was du dagegen tun kannst findest du hier
  • Unangenehm sind auch Magenschmerzen, die sich wie ein Stein im Magen oder Völlegefühl anfühlen.
  • Magenschmerzen nach dem Essen sind häufig, manchmal werden Magenschmerzen durch Essen aber auch besser.
  • Magenschmerzen und Rückenschmerzen treten bei mir oft kombiniert auf. Die Magenschmerzen strahlen dabei in den Rücken aus. (Das Stichwort hierzu heißt Fibromyalgie. Hier findest du mehr dazu.)
  • Die Magenschmerzen können auch zeitgebunden sein, eher am Abend auftreten, oder am Morgen (bevor es in die Arbeit geht?).
  • Meistens werden sie im Liegen besser. 

Magenschmerzen Stress

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Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es sehr schwer ist sich vorzustellen, dass starke Magenschmerzen "nur" durch Stress verursacht werden. 

 

Dabei hat Stress unglaublich starke Auswirkungen auf unser Leben. Dass Stress nur ein Oberbegriff ist und in so vielen verschiedenen Facetten daherkommt, macht es schwer, ihn als Ursache für Magenschmerzen zu erkennen. 

 

Sind Beschwerden durch Stress oder „psychisch“ bedingt, verstehen wir das schnell als "eingebildete Symptome". Das ist ganz einfach falsch. Die Psyche hat einen sehr großen Einfluss auf das Verdauungssystem! Alles, was wir täglich erleben muss von unserem Körper und von unserer Psyche verarbeitet werden. 

 

Unser Kopf kommuniziert mit unserem Magen und Darm über die sogenannte Darm-Gehirn-Achse des vegetativen Nervensystems. Dieses beeinflusst unsere Magen-Darm-Motorik, die wiederum steuert, wie schnell oder langsam Nahrung vom Magen durch den gesamten Darm transportiert wird. Ist dieser Prozess verlangsamt oder beschleunigt, kann dies unter anderem zu Magenschmerzen führen.

 

Ärger, Stress, Termindruck - das alles kann die Bildung oder Reduktion von Magensäure anregen und damit zu starken Magenschmerzen führen. Oft treten diese Magenschmerzen im Oberbauch auf.


Wenn dich der Zusammenhang zwischen dem Darm und dem Gehirn interessiert, empfehle ich dir das Buch "Die Darm-Hirn Connection" von Prof. Georg Hasler.

 

Er selbst über sein Buch: "Mein Bauch ist sensibel. Ob Fast Food, überfüllte Trams oder verstopfte Terminkalender, mir schlägt alles auf den Magen. Mit der Zeit habe ich gelernt, aus dieser Schwäche eine Stärke zu machen. Diese Erfahrung wollte ich teilen." Ein guter Grund, sein Buch auf Amazon zu kaufen.*



Wenn es dir schwer fällt, dir diese Auswirkungen vorzustellen, denke mal an eine sehr stressige Situation in den letzten Monaten:

  • Eine Prüfung oder eine Präsentation
  • oder ein Date (klingt nach Spaß, aber ich finde das kann durchaus in Stress ausarten ;-))
  • Die Polizei zieht dich aus dem Verkehr
  • Deine Chefin/ dein Chef ruft dich zu sich ins Büro und sieht dabei sehr ernst aus
  • Oder vielleicht warst du ganz einfach in letzter Zeit spät dran für einen Flug oder einen wichtigen Termin?
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Wie hat sich das angefühlt? Vermutlich haben sich die Gedanken in deinem Kopf im Kreis gedreht, wie du aus der Situation herauskommst oder das beste daraus machst.

 

Irgendwelche körperlichen Merkmale? Schwitzen? Angespannte Muskeln? Harndrang? Vielleicht sogar Magenschmerzen? Erschöpfung, sobald der Stress vorüber war?

 

Glücklicherweise gibt es so stressige Situationen nicht jeden Tag (zumindest hoffe ich das für dich). Dafür meistern wir jeden Tag viele kleinere Herausforderungen, Mini-Stresspunkte, die ebenfalls Auswirkungen auf unseren Körper haben.

 

Diese schlagen nicht so spürbar aus wie die oben beschriebenen Situationen. Aber stell dir vor, dass dein Körper jeden Tag auch nur einen Bruchteil so stark angespannt ist, dafür aber häufiger, wenn nicht sogar ständig. Das hat Auswirkungen auf deinen Körper.

 

Nun liegt es an dir herauszufinden, welche Situationen, Angewohnheiten, Herausforderungen deinen Körper so stark beanspruchen, dass er mit Magenschmerzen reagiert. 

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Bei mir führt ein voller Terminkalender zu Stress, dabei ist es egal ob beruflich oder privat. Dann bleibt im wahrsten Sinne des Wortes zu wenig Zeit den Tag "zu verdauen".

 

Meistens bedeutet dies zusätzlich wenig Zeit und Muße zum Essen. Ich esse schnell, im schlimmsten Fall vor meinem Bildschirm. Dann bekomme ich Magenschmerzen nach dem Essen.

 

Die wirklich problematischen Folgen treten erst langfristig auf: Ich habe in den letzten Jahren mehrere Magenschleimhautentzündungen gehabt, meine Darmwand wurde durchlässig ("leaky gut"), was zu immer mehr Nahrungsmittelunverträglichkeiten und einer gestörten Darmflora führte.

 

Heute habe ich die Magenschmerzen ziemlich gut im Griff. Ein wichtiger Punkt dafür ist mein Stressmanagement. 

 

Damit möchte ich verdeutlichen, wie sehr Abläufe in unserem Kopf mit denen unseres Körpers (nicht nur, aber vor allen Dingen des Magen und Darms) zusammenhängen. Sie sind nicht voneinander zu trennen. 

 

Wenn du häufig starke Magenschmerzen hast und Ärzte keine Ursache für die Beschwerden finden konnte, macht es absolut Sinn, deinen Stress-Pegel genauer unter die Lupe zu nehmen. Mehr dazu erfährst du unter Reizdarm & Psyche. 

Magenschmerzen was essen?

Was darf man bei Magenschmerzen essen? Was sollte man bei Magenschmerzen nicht essen? Es gibt Lebensmittel, tendenziell zu Magenschmerzen nach dem Essen führen sind zum Beispiel:

  • Alkohol - starker Alkohol (Schnäpse, Brände) regt die Magensäureproduktion an. Aber auch Bier und Wein reizen die Magenschleimhaut. Cocktails sind noch schlimmer, denn sie erhalten in den meisten Fällen auch noch eine größere Menge Zucker.
  • Kaffee - Auch Kaffee ist ein Trigger für Magensäure. Die verschiedenen Arten der Zubereitung können hier entscheidend sein, siehe hier
  • fettige Speisen - hier müssen Magen und Darm richtig arbeiten, um die Nahrung zu verarbeiten. Eine Herausforderung, wenn dein Magen eh schon auf Krawall gebürstet ist. 
  • stark gewürzte Speisen - Trigger für Magensäure
  • rohe Nahrungsmittel - siehe fettige Speisen
  • blähende Lebensmittel wie Zwiebeln, Knoblauch, Hülsenfrüchte, Kohlensäure - eine weitere Herausforderung für deinen Magen und Darm, das sie Luft im Bauch und Blähungen führen. 
  • größere Mengen Zucker 
  • größere Mengen Obst oder Säfte (Fruchtzucker!) - Der Zucker in Obst wird häufig unterschätzt, dabei kann er auf den empfindlichen Magen besonders aggressiv wirken.

Wenn du bereits unter Magenschmerzen leidest, solltest du diese Lebensmittel meiden, oder zumindest nur kleine Mengen davon zu dir nehmen. Nicht so einfach, ich weiß!

 

Die oben gelisteten Nahrungsmittel können zwar grundsätzlich schon an sich Magenschmerzen verursachen, aber meine Erfahrung ist, dass sie das bei mir nur dann tun, wenn mein Magen aufgrund von Stress sowieso schon anfällig ist für Magenschmerzen.

 

Deshalb glaube ich nicht, dass diese Lebensmittel an sich Magenschmerzen verursachen. Sie sind aber gewissermaßen ein Katalysator, wenn dein Verdauungssystem bereits anfällig ist für Magenschmerzen und andere Symptome. 

 

Erst gemeinsam mit Stress, in welcher Form auch immer, werden diese und andere Lebensmittel, die du nicht gut verträgst, zu einem Problem. 

Magenschmerzen Hausmittel

Welche-heilmittel-gegen-magenschmerzen
  • Welche Tees helfen gegen Magenschmerzen? Grundsätzlich alles, was den Magen entspannt. Ich trinke gerne Fenchel, Annis, Kümmel, Kamille oder Pfefferminze.
  • Viele Betroffene schwören auf Ingwer und Kurkuma, am besten frisch gerieben, lassen sie sich ebenfalls gut als Tee trinken.
  • Japanisches Minzöl (zum Beispiel von DM) wirkt krampflösend. Vorsicht, nur ein paar Tropfen in ein Glas Wasser geben und testen.
  • Bei mir wirken indische Flohsamen sehr gut (ich verwende diese hier*), die ich in ein Glas kaltes Wasser einrühren und kurz ziehen, beziehungsweise quellen lasse. Der Quellprozess geht schneller, wenn du warmes Wasser verwendest. Nicht zu lange warten, sonst wird die Masse wirklich widerlich ;-)
  • Leinsamen helfen wunderbar, um Magenschmerzen vorzubeugen, weil die Schleimstoffe gegen leichte Entzündungen der Magenschleimhaut helfen. Meine Ärztin hat mir die Einnahme von 1-2 Teelöffel Leinsamenöl pro Tag empfohlen.

Dies sind alles keine Wundermittel, aber sie können deinen Magen und Darm unterstützen und dabei helfen, Magenschmerzen vorzubeugen und zu lindern.

Medikamente gegen Magenschmerzen

Was hilft schnell gegen Magenschmerzen? Wenn Heilmittel gegen Magenschmerzen nicht mehr ausreichen, müssen manchmal Medikamente her. 

  • Iberogast ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und ist meine erste Wahl bei Magenschmerzen und anderen Symptomen. Es entkrampft den Magen und Darm.
  • Wenn das nicht ausreicht, nehme ich Buscopan. Dies gibt es ebenfalls rezeptfrei in der Apotheke, als rein entkrampfendes Mittel und in Kombination mit Paracetamol (Schmerzmittel). Gerade bei letzterer Variante wäre ich jedoch vorsichtig, denn Paracetamol reizt wiederum den Magen. Auf gar keinen Fall zur längeren Behandlung vorgesehen!
  • Gegen zuviel Magensäure (bei Sodbrennen, und bei Magenschmerzen mit Hungergefühl) kannst du es erstmal mit Rennie oder einem ähnlichen Produkt gegen Sodbrennen versuchen. Gibt es rezeptfrei in der Apotheke.
  • Bei hartnäckigem Sodbrennen bis hin zu Reflux und Gastritis helfen Pantoprazol und Omeprazol. Diese gibt es aus gutem Grund nur auf Rezept. Sie helfen sehr gut gegen Sodbrennen, aber langfristig verschlimmern sie das eigentliche Problem der Magenschmerzen noch, wie du hier lachlesen kannst. 

Hast du irgendwelche Tipps & Tricks, die du an deine Mitmenschen mit Magenschmerzen weitergeben möchtest?

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