Schritt-für-Schritt Anleitung gegen Reizdarmbeschwerden

Reizdarmsyndrom was tun?

Diagnose Reizdarm - Und was nun?

Reizdarmsyndrom glänzt vor allen Dingen durch eines: die Abwesenheit einer organischen Ursache für die Beschwerden. Wurde bei dir Reizdarmsyndrom diagnostiziert? Oft ist die ärztliche Unterstützung damit leider abgeschlossen. Diagnose gestellt - Auftrag erledigt. Nicht so deine Beschwerden, die haben lediglich einen Namen bekommen, sind aber immer noch da. Mache dich selbst auf die detektivische Suche nach der Ursache deiner Beschwerden, um sie zu lindern und deine Lebensqualität zu steigern.  

Die Ursache deiner Reizdarmbeschwerden finden - du hast es in der Hand!


Ein Ernährungstagebuch deckt Allergien und Intoleranzen auf

Reizdarmsyndrom Ernährungstagebuch

Ernährungstagebücher bringen wertvolle Informationen zu unseren Essensgewohnheiten und der Reaktion unseres Körpers auf die Nahrungsmittel zu Tage. Deshalb ist ein Ernährungstagebuch für deinen Arzt oder Ernährungsberater so hilfreich.


Niemand außer dir selbst kennt deinen Körper so gut wie du und kann fühlen, was in deinem Körper vor sich geht, wissen, was du für Nahrungsmittel du zu dir nimmst, erleben, was dein Körper für Aufgaben und Herausforderungen meistert. Und das täglich!

 

Manchmal ist es uns aber gar nicht aber gar nicht so bewusst, und hierin könnte schon das erste Problem liegen: Weißt du/merkst du/fühlst du, was deinem Körper gut tut und was nicht? 

 

Viele von uns können das nicht, und da schließe ich mich ein. Aber du kannst dir Hilfe suchen und Maßnahmen ergreifen um der Ursache für deine Reizdarm-beschwerden auf den Grund zu gehen und systematisch daran arbeiten, sie zu lindern und beschwerdefrei zu werden. 


Schritt-für-Schritt Anleitung bei Reizdarmsyndrom

  • Schritt 1: Die Diagnose. Reizdarm ist keine Selbstdiagnose. Es hilft nichts, Ärzte müssen erst einmal einige Untersuchungen durchführen, um andere, schwerwiegende Krankheiten ausschließen. Die Diagnose erfolgt in der Regel anhand der "S3 Leitlinie Reizdarm". Mehr darüber erfährst du bei ReizdarmOne. 
  • Schritt 2Ernährung auf den Prüfstand stellen und anpassen. Hast du die Diagnose Reizdarm erhalten, kannst du selbst aktiv werden. Sprich mit einem Ernährungsexperten über die Optionen und die möglichen Ursachen. Laktose, Fructose, Histamine, Lektine, Gluten, Weizen, oder eine gestörte Darmflora - die Ursachen sind vielfältig. Aber die gute Nachricht ist: Ernährungsexperten sind geschult darin, sie zu erkennen, und das oft schon nach kurzer Zeit. Viele Krankenkassen übernehmen eine gewisse Anzahl an Beratungsstunden durch zertifizierte Beratungsstellen (zum Beispiel diese hier).  Dein Ernährungsberater wird dich wahrscheinlich bitten, ein Ernährungstagebuch zu führen. Damit kannst du jetzt gleich anfangen und deinem Berater und dir Zeit sparen! Ob du es handschriftlich oder elektronisch führst, spielt keine Rolle. Ein paar Beispiele für beide Varianten findest du hier
  • Schritt 3Lebensstil anpassen. Eine Ernährungsumstellung kann stressig sein. Passe deinen Lebensstil an. Nimm dir bewusst Auszeiten, probiere vielleicht neue Entspannungstechniken oder Sportarten aus. Yoga, Meditation, Pilates, Joggen oder irgendeine andere Art von Sport oder Entspannungstherapie, die dich interessiert. Probiere auch Dinge, die dich vielleicht nicht sofort ansprechen. Ich habe mehr als 10 Yoga-Stunden machen müssen, bis ich die positiven Auswirkungen auf meinen Körper und meinen Kopf wahrgenommen habe. Mittlerweile vergeht kein Tag, an dem ich nicht wenigstens 15 Minuten auf der Matte verbringe. Yoga hilft mir durch den Tag, egal, wie schlecht er sein mag.
  • Schritt 4:  Nicht aufgeben. Häufig höre oder lese ich, dass eine Maßnahme, zum Beispiel der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel, eine Zeit lang geholfen hat, und die Beschwerden dann wiederkehren. Wenn das schon nach kurzer Zeit der Fall ist, wurde vermutlich doch nicht die richtige oder die ganze Ursache erkannt. Dann heißt es, Zähne zusammenbeißen und weiter forschen. Vielleicht hat dein Reizdarm eine mehr oder weniger stark ausgeprägte psychosomatische Seite. Ich glaube, das trifft viel häufiger zu, als man denkt und bekannt ist. Mir hat letzten Endes eine Psychotherapie zum Durchbruch verholfen, kombiniert mit der richtigen Ernährung. Es kann eine Zeit lang dauern, bis du die richtigen Maßnahmen für dich findest, aber umso besser wirst du dich fühlen, wenn der Schmerz nachlässt und deine Lebensqualität zunimmt.
  • Schritt 5: Ergebnisse festhalten und Annahmen überprüfen. Halte fest, was du an Nahrungsmitteln nicht gut oder gut verträgst, was deinem Körper gut tut, wie viele Auszeiten du pro Tag benötigst - all das, was du herausgefunden hast, damit es dir besser geht. Denn schnell schleichen sich alte Gewohnheiten wieder ein. Eigentlich wollte man nur einmal wieder einen Kaffee trinken, den man so lange nicht vertragen hat, und plötzlich wird der Kaffee wieder zum täglichen Muntermacher - und damit kehren die Beschwerden zurück. Ein Blick in die Aufzeichnungen kann da einen wahren Aha-Effekt erzielen:  "Ach ja, ohne Kaffee ging es mir schon nach einer Woche besser!" Andererseits verändert sich dein Körper mit der Zeit. Dinge, die du früher nicht gut vertragen hast, kannst du heute eventuell beschwerdefrei essen (das trifft nicht auf Allergien zu!). Und leider passiert es auch andersrum, dass dein Körper mit der Zeit empfindlicher auf Lebensmittel reagiert, die zuvor kein Problem waren. Erstelle eine "rote Liste" mit Lebensmitteln, auf die du empfindlich reagierst und überprüfe sie von Zeit zu Zeit.

Du hast es in der Hand. Übernimmt die Verantwortung für dein Wohlbefinden, deine Gesundheit und deine Lebensqualität. Los gehts! Mach noch heute einen Termin bei deinem Arzt oder deiner Ärztin des Vertrauens. Und wenn du noch keinen hast, dann suche jetzt nach jemanden Neues und vereinbare einen Untersuchungstermin!