Reizdarmsyndrom behandeln

Was tun bei Reizdarm?

Ich habe mir so oft gewünscht, meinen Reizdarm mit einer Blitzkur oder einer Wunderpille zu heilen. Leider gibt es weder das eine noch das andere, und es hat lange gedauert, bis ich mich mit Hilfe von Ärzten herausgefunden habe, was hinter meinen Symptomen steckt. Denn "Reizdarmsyndrom" ist ja nur ein Sammelbegriff für Verdauungsstörungen, wie Blähungen, Verstopfungen, Durchfall, Bauchschmerzen, aber auch Sodbrennen, für die Ärzte anhand der Standarduntersuchungen keine Ursache finden. 

Trotzdem ist Reizdarmsyndrom keine Selbstdiagnose. Zu diesen Standarduntersuchungen, die du auf jeden Fall machen lassen solltest, gehören eine Darmspiegelung, Untersuchungen auf Lebensmittelallergien, Blut- und Stuhlproben und ein Ultraschall. Aufgrund deiner Vorgeschichte kann dein Arzt/ deine Ärztin weitere oder weniger Untersuchungen anordnen. Sie sind notwendig um sicherzugehen, dass du keine gefährlichen Krankheiten oder organischen Schäden hast. Wenn bei den Standarduntersuchungen nichts rauskommt, das auf die Ursache deiner Reizdarmbeschwerden schließen lässt, heißt das aber immer noch nicht, dass es keine Ursache gibt.


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Reizdarm Medikamente

Pobacken zusammenkneifen und durch - manchmal geht das einfach nicht. Und muss auch nicht sein, denn auch wenn Medikamente nicht die Ursachen von Reizdarmsyndrom beheben, schnelle Hilfe gegen akute Bauschmerzen, Blähungen oder Durchfall leisten sie schon. Die hier gelisteten Medikamente gibt es rezeptfrei. Die Empfehlungen beruhen auf meinen persönlichen Erfahrung mit Reizdarm Medikamenten.



Einen Reizdarmexperten suchen

Du hast die Standarduntersuchungen hinter dich gebracht und das Ergebnis war entweder, dass du in den Augen deiner Ärztin/deines Arztes völlig gesund bist, oder, dass du ein Reizdarmsyndrom hast? Gratuliere! Das ist ernst gemeint, denn es ist gut zu wissen, dass keine schwerwiegende Krankheit hinter deinen Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Verstopfungen oder Sodbrennen stecken.

 

Nun musst du selbst aktiv werden und mit einem Experten daran arbeiten herauszufinden, was deinen Magen und Darm so reizt und deine Lebensqualität einschränkt.  

 

Sprich mit einem Ernährungsberater oder Heilpraktiker über deine Beschwerden, und auch über die Tests, die du schon hast machen lassen. Die meisten Reizdarmbetroffenen können Symptome reduzieren und werden häufig sogar beschwerdefrei, wenn sie auf bestimmte Lebensmittel verzichten. Dies können zum Beispiel fodmaps sein, aber auch Histamin gehört zu den Kandidaten.

Ich empfehle jemanden zu suchen, der auf Verdauungsbeschwerden spezialisiert ist, oder noch besser auf Reizdarmsyndrom. Denn Spezialisten kennen natürlich  die vielfältigen Ursachen, die hinter Symptomen wie Durchfall, Übelkeit oder Blähungen stecken, viel besser als Allgemeinärzte.

Ich habe das Beratungsangebot von ReizdarmOne getestet. Das kleine Team ist auf Reizdarmsyndrom spezialisiert, und was mir gut gefallen hat ist, dass die komplette Beratung von der Coach machbar ist, und sie trotzdem individuell und persönlich ist. Aber genauso gut kannst du mit einem Ernährungsberater oder Heilpraktiker bei dir um die Ecke arbeiten.

Die Ernährung auf die Bedürfnisse deines Reizdarms einstellen

Den meisten Reizdarmbetroffenen hilft es, ihre Ernährung umzustellen. Auch wenn deine Testergebnisse auf Laktoseintoleranz, Zöliakie und Fruktorsemalabsorbtion negativ waren, ist es trotzdem möglich, dass Allergien, Intoleranzen oder niedrige Toleranzgrenzen für deine Reizdarmbeschwerden verantwortlich sind. Denn die Anzahl der Nahrungsmitteln, die Reizdarmsymptome hervorrufen können, ist sehr groß ist. So groß, dass sie gar nicht alle getestet werden können. Übrigens können die Tests auch ein falsches positives Ergebnis oder ein falsches negatives Ergebnis liefern. Beim Laktoseintoleranztest hängt das zum Beispiel davon ab, in welchem Teil deines Darms Bakterien die Laktose verarbeiten. Geschieht dies aufgrund einer Dünndarmfehlbesiedlung bereits im Dünndarm, erhöht das den Wasserstoffgehalt im Atem, der bei dem Test gemessen wird. Wenn deine Darmbakterien dagegen kaum Wasserstoff produzieren, kann der Test negativ ausfallen, obwohl in Wahrheit eine Intoleranz vorliegt. Einen Test auf Laktoseunverträglichkeit kannst du übrigens auch selbst durchführen. Das spart dir die Stunden beim Arzt und Kosten, bedeutet aber einen wochenlangen Verzicht auf Milchprodukte. 

Stress wirkt sich direkt auf den Reizdarm aus

Deine Ernährung ist ein ganz wichtiger Baustein bei der Behandlung von Reizdarmsyndrom. Aber er nicht der einzige. Stress spielt vielleicht eine viel größere Rolle, als du es dir eingestehen möchtest. 

 

Wenn es dir ähnlich geht wie mir, dann bist du skeptisch gegenüber Tipps wie "sich mehr zu entspannen" und "weniger Stress zu haben". Ich habe mich jahrelang dagegen gewehrt, dass meine Blähungen und Bauchschmerzen unter anderem durch Stress ausgelöst werden könnten. Ich meine damit nicht, dass Stress der Auslöser oder die Ursache für die Beschwerden sein müssen. Bei mir hängt das Ausmaß meiner Beschwerden direkt mit meinem Stresslevel zusammen. Stehe ich zum Beispiel vor einem langen Arbeitstag mit vielen Meetings und wohl möglich noch einer Deadline, fühlt sich mein Bauch oft "eng" an, und vielleicht auch so, als läge ein Stein darin. Nicht weiter schlimm, ich schaffe es trotzdem gut durch den Tag, wenn ich nicht auch noch etwas esse, was ich nicht gut vertrage. Denn mein bereits angespannter Magen und Darm reagieren gereizt, wenn sie nun auch noch etwas verdauen sollen, was ihnen nicht schmeckt. Andere Beispiele sind, dass ich zu Durchfall neige, wenn ich nervös bin. Und ich kann mich so sehr über Dinge ärgern, dass mir richtig übel wird! Ganz klar, mein Stresslevel und meine Gefühlslage haben direkt Auswirkungen auf meinen Magen und Darm. 

 

Bei jedem Menschen findet Kommunikation zwischen dem Darm und dem Hirn statt, deshalb wird unser Darm auch das zweite Gehirn genannt. Aber nicht jeder verspürt die Auswirkungen dieser Kommunikation so deutlich, wie es viele Reizdarmbetroffene tun. Deshalb macht es Sinn, den Magen und Darm nicht unnötig durch Stress oder Anspannung zu belasten. Und aktiv etwas dafür zu tun, dass erst gar kein Stress entsteht, der unseren Reidzdarm belasten könnte. 

Yoga für den Reizdarm

Reizdarmsyndrom behandeln mit Yoga

Ich bin aus finanziellen Gründen beim Yoga gelandet. Oder genauer gesagt aus Risikofreudigkeit. Eigentlich war ich nur in dem Studio, um den Pole-Dance-Kurs zu testen. Dann habe ich gesehen, dass sie private Investoren für den Ausbau des Studios suchten. Das Studio war jeden Tag meiner Schnupperwoche völlig ausgebucht, das schien mir vielversprechend. Als Dankeschön für meine Investition habe ich 30 Yogastunden in dem Studio erhalten. Ich hatte mehr als 10 dieser Stunden absolviert, bis ich endlich die für mich "richtige" Art von Yoga gefunden habe und bis ich die positiven Auswirkungen spürte. Seit drei Jahren mache ich nun fast jeden Tag Yoga. Morgens wälze ich mich schlaftrunken aus dem Bett, schnappe mir mein Handy und stehe auch schon auf der Yogamatte. Ich folge den Übungen meiner Yoga-App. Ich bin mir sicher, dass es für jeden die "richtige" Art Yoga gibt, jeder kann Yoga "verstehen". Anfängern rate ich dazu, einen Anfänger-Kurs zu machen und nicht gleich mit einer App einzusteigen, damit die Lehrer(in) die Positionen korrigieren kann. 

Übrigens: Die Investition hat sich ausgezahlt. Kürzlich hat das Yoga-Studio auch die letzte Rate inklusive der Zinsen zurückgezahlt. Und mir außerdem mit Yoga ein wirksames Hilfsmittel zur Entspannung gegeben.