Reizdarmsyndrom und Depressionen - Wir brauchen mehr Offenheit!

Reizdarm und Depressionen

Verstehen, was Depressionen sind

Bis vor kurzem hatte ich überhaupt keine Ahnung, was Depressionen sind und wie sie sich äußern. Und dass sie jeden treffen können, inklusive mir selbst. Das habe ich dann zwangsläufig gelernt. Und ich bin froh, dass ich es gelernt habe, denn seitdem ich die Depression als Krankheit wahrnehme und behandle (sehr wichtiger Punkt!), sind meine Reizdarmbeschwerden weniger geworden und bestimmen nicht mehr mein Leben.

 

Es tröstet mich ungemein von anderen Menschen zu lesen, die Ähnliches gefühlt haben und wie sie damit umgehen. Ich lese zum Beispiel sehr gerne Fraukes Blog "Fräuleins wunderbare Welt", weil sie Worte für Gefühle findet, die es mir schwer fällt selbst zu beschreiben. Frauke schreibt darüber, wie Außenreize sie überfordern, und das mit ihr macht: "Ich habe zu viele Gedanken und Gefühle in mir drin aktiv und ich weiß nicht mehr, was ich denken oder fühlen soll und tue doch alles gleichzeitig und viel zu intensiv. " Das geht mir auch so. Ich fühle mich dann völlig überfordert, bin gereizt, denke "Wenn mich jetzt noch einer anspricht, dann platze ich!". 

Das mit dem Platzen passiert eher in mir drin. Beziehungsweise, anstatt zu platzen reagiert mein Reizdarm, und zwar sehr empfindlich. In schönster Reizdarm-Marnier mit Bauchschmerzen, Durchfall oder Sobrennen.

 

Wenn ich mit Freunden, Kollegen oder Bekannten über die Depression spreche, sind sie erstaunt. Man merkt mir nichts an. Depressionen sind unsichtbar, deshalb ist die Krankheit so schwer zu erkennen und nachzuvollziehen.

Die Krankheit zu verstehen ist für Betroffene und ihr Umfeld gleichermaßen schwer. Ich glaube Depressionen hängt immer noch ein Stigma an: Wer Depressionen hat, ist zu schwach für diese Welt. Oder?!

Wer unter Depressionen leidet, ist verletzlich, aber Verletzlichkeit ist nicht das selbe wie Schwäche. Sich aktiv Hilfe zu suchen ist ein mutiger Schritt. Noch mehr Mut und Stärke bedarf es, die Diagnose Depression anzuerkennen und sie zu behandeln. "Die wirkliche Erkenntnis und Akzeptanz, dass es sich dabei verdammt nochmal um eine Krankheit handelt und dass das einfach mal überhaupt nicht schlimm ist, hat mich 4 Jahre Therapie gekostet."  schreibt Madlén Bohéme in ihrem Blog mit dem Titel "Tagebuch einer mittelschweren Depression". 

 

Ich bin ein großer Fan der Seite "Die Mitte der Nacht", auf der sowohl Experten als auch Betroffene in kurzen Videos darüber aufklären, was Depressionen sind (eine "ganz normale Erkrankung") und was die Erkrankung für die Betroffenen bedeutet.


Apropos unsichtbar, die Sendung mit der Maus Spezial erklärt unsichtbare Krankheiten. Ich möchte diese Folge jedem, der mehr über Depression erfahren möchte, ans Herz legen. 


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