Unser (Reiz)Darm, das Bauchgehirn

Reizdarm Bauchgehirn

Die Darm-Hirn Achse - Der Darm und unser Gehirn kommunizieren miteinander

Unser Darm und unser Gehirn kommunizieren ständig miteinander. Das spiegelt sich in Ausdrücken wie "Schmetterlinge im Bauch" oder "etwas schlägt einem auf den Magen" wider. Es besteht also eine Verbindung zwischen unserem (Reiz)Darm und unserem Gehirn, die sogenannte Darm-Hirn-Achse. Und die sorgt dafür, dass unser Verdauungssystem Einfluss auf unser Denken, Fühlen und Handeln hat - und auch andersrum. Unser Gehirn und unser Darm tauschen Infos aus. Deshalb wird der Darm auch als unser zweites Gehirn bezeichnet.

 

Funktioniert die Kommunikation zwischen Darm und Gehirn reibungslos, bekommen wir davon gar nichts mit. Wissenschaftler vermuten jedoch, dass bei Reizdarm-Betroffenen die Kommunikation zwischen Gehirn und Darm eben nicht so ganz glatt läuft, und der Darm zum Beispiel überempfindlich auf "normale" Bewegungen im Darm reagiert und dem Gehirn Schmerz meldet, wo keiner sein müsste. Stell dir das so vor: Du bist gestresst, weil du spät dran bist, oder noch einen Termin vorbereiten musst, noch schnell etwas vor dem Urlaub erledigen musst, im Stau stehst, die Kinder auf dich warten, oder der ganz normale Wahnsinn des Alltags ansteht. Dein Gehirn meldet dem Darm "Stress!", und der reagiert mehr oder weniger prompt. Folge können sein Bauchschmerzen oder Durchfall, Blähungen, Verstopfung oder Sodbrennen, und zwar sofort oder vielleicht auch erst am Folgetag. Ähnliches passiert bei Nervosität, Angst oder auch aufgeregter Vorfreude. 

Der Darm ist unser Bauchgehirn

Der Verdauungstrakt wird auch als zweites Gehirn oder "Bauchgehirn" bezeichnet. Denn er hat eine ähnliche Struktur wie das Gehirn und zieht sich als Netzwerk von bis zu 200 Millionen Nervenzellen von der Speiseröhre bis zum Darmausgang. Über Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter kommunizieren die beiden Gehirne miteinander. Einer dieser Botenstoffe ist Serotonin. Davon hast du sicher schon mal gehört, denn Serotonin wird auch als das "Glückshormon" bezeichnet.

 

Das Serotonin im Gehirn ist wesentlich für Gefühle wie Wohlbefinden und Zufriedenheit verantwort-lich. Im Bauch, vermutet man, steuert es den Rhythmus der Darmtätigkeit und hat einen wesentlichen Einfluss auf unser Immunsystem. Zirka 90% des Serotonins in unserem Körper werden im Bauch produziert. Es wird angenommen, dass, wenn zu wenig Serotonin im Darm vorhanden ist auch nicht genügend Serotonin ins Hirn geschickt wird. Daraus ließe sich ein Zusammenhang zwischen der Serotonin-Produktion im Darm und psychischen Krankheiten wie Depressionen ableiten. Das ist aber noch nicht wissenschaftlich bewiesen. Da ich selbst einen Reizdarm habe und unter depressiven Verstimmungen leide, finde ich das Thema sehr interessant. 


Lesetipp "Bauch und Seele"

Einen schönen Beitrag zu dem Thema, wie der Darm unsere Stimmung beeinflusst, findest du auf der Seite "Zarbesaitet"

Die Autorin beschreibt wie es ihr hilft zu beobachten, wo schlechte Gefühle entstehen und wie sie diese mit Nahrung gezielt beeinflussen kann.  

"Essen gegen Depression - geht das?" Giulia Enders im Interview




Wie Darm und Depressionen zusammenspielen

Meine Ärztin hat mir das Buch "Das glückliche Gehirn"* empfohlen, in dem ein Neurowissenschaftler erklärt, wie Depressionen, Ängste und Depressionen entstehen. Er beschreibt wie Informationen aus dem Darm über den Vagusnerv direkt in das sogenannte tiefe limbische System unseres Gehirns geleitet werden. Das tiefe limbische System verarbeitet die Informationen zu Emotionen und gibt den Grundton für unsere Gefühlslage vor. Damit spielen sowohl das tiefe limbische System als auch der Darm eine große Rolle bei Depressionen. 

 

Der Autor erklärt die hoch komplexen Vorgänge im Gehirn anhand nachvollziehbaren Beispielen. Was mir besonders gut an dem Buch gefällt ist, dass der Autor konkrete und leicht anwendbare Tipps gibt, wie wir unser limbisches System (sowie andere Bereiche des Gehirns) positiv beeinflussen und so unsere Gefühlslage mitbestimmen können.


Darm und Gehirn - wo finde ich mehr Infos?

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