Reizdarmsyndrom und "leaky gut" mit der Paleo-Therapie heilen

Paleo-Therapie Autoimmunprotokoll Reizdarmsyndrom Leaky Gut

Sich zu ernähren wie ein Jäger oder Sammler in der Steinzeit, bevor der Ackerbau und die Viehzucht erfunden wurden  -  das Evolutionsargument war es nicht, was mich überzeugt hat. Vielmehr war es die Forschung, die hinter der Paleo-Therapie beziehungsweise hinter dem Autoimmunprotokoll steckt. Mit der Therapie konnte ich meine durchlässige Darmwand ("leaky gut") heilen und damit meine Reizdarmsymptome wie Durchfall, Blähungen und Sodbrennen sehr stark reduzieren. 

Die durchlässige Darmwand mit der "Paleo-Therapie" heilen

Paläo-Therapie gegen Reizdarmsyndrom
Paläo-Sonntags-Frühstück: Mein Magen und Darm bedanken sich mit weniger Reizdarmsymptomen.

Der hohe Zonulin-Wert in meinem Blut war ein Indikator für "leaky gut" , eine durchlässige Darmwand. Ich litt unter häufigem Durchfall und beinahe ständigen Blähungen. Die low-fodmap Diät hatte mir nur kurzfristig Erleichterung verschafft. Auch der Verzicht auf Fructose aufgrund einer Unverträglichkeit genügte nicht und es kamen immer neue vermeintliche Nahrungsmittel-unveträglichkeiten hinzu. Auf Pro- und Präbiotika reagierte ich mit noch mehr Durchfall und Blähungen. Da entschied ich mich auf den Rat meiner Ärtzin für die “Paleo-Therapie”. Die Therapie wurde von der Ärztin Sarah Ballantyne aufgestellt und basiert auf dem Autoimmunprotokoll (AIP). Die Therapie ist noch viel strikter als die Paleo-Ernährung generell. Beim Autoimmunprotokoll geht es darum, dass Entzündungen im Körper abklingen und sich Magen und Darm dadurch erholen können. Dafür verzichtet man in einem Zeitraum von mindestens einem Monaten auf Nahrungsmittel, die typische Allergene enthalten, um dem Immunsystem eine Pause zu verschaffen.

 

Die Paleo-Therapie ist sehr hart, man braucht viel Disziplin, die Diät durchzuhalten, denn sie ist noch viel restriktiver als Paleo-Ernährung generell. Nach einem Monat merkte ich die erste Besserung, aber es dauerte bei mir tatsächlich drei Monate, bis die Reizdarmbeschwerden, die Blähungen, der Durchfall und die Bauchschmerzen, deutlich weniger wurden. Nach knapp vier Monaten habe ich einen Bluttest machen lassen und der Zonulinwert ist nun auf ein "normales" Niveau gesunken. Mehr Infos zum Zonulin-Wert und "leaky gut" findest du im Blog

Paleo-Therapie leaky gut
Sashimi und grundsätzlich Fisch sind erlaubt und erwünscht während der Paleo-Therapie

Die Ärztin und Autorin Sarah Ballantyne hat selbst unter Reizdarmsyndrom sowie einer Autoimmunkrankheiten gelitten und viel zu der Wirkung von Ernährung auf den Magen und Darm geforscht. Ihr Buch “Paläo-Therapie” (im Original “The Paleo-Approach”) stützt sich auf wissenschaftliche Studien und ihre eigenen Forschungsergebnisse. 

 

Wenn du neugierig geworden bist, aber nicht gleich das ganze Buch lesen möchtest, dann schau dir diesen "Quick-Start Guide" an , der eine kurze und übersichtliche Zusammenfassung der wichtigsten Punkte bietet (das Dokument ist nur auf Englisch verfügbar). 

Wenn du nicht gleich der strengen Paleo-Therapie folgen, aber mehr über über Paleo-Ernährung im Allgemeinen erfahren möchtest, dann empfehle ich dir den Blog Paleo360. Im Interview mit einer Internistin erfährst du, warum Paleo-Ernährung Sinn macht für Reizdarmbetroffene. Mir gefällt der Blog, weil er nicht dogmatisch auf das Evolutionsargument abzielt, sondern denn Fokus auf die wissenschaftlich untersuchten Aspekte der Paleo-Ernährung legt. Sehr klar strukturiert und schön gemacht ist die Website Prinzippaleo

Es gibt auch sehr gute Argumente dafür, sich vegetarisch zu ernähren, was mit den Paleo-Grundprinzipien vereinbar ist. Unglaublich leckere vegetarische Rezepte findest du auf Veggie Paleo


Diese Artikel könnten dich auch interessieren

Low-fodamp Diät

75% der Reizdarmbetroffenen hilft die low-fodmap Diät, bei der die Aufnahme von vergärbaren kurzkettige Kohlenhydrate und Zuckeralkoholen reduziert wird. Zur low-fodmap Diät

Erfahrungsbericht Leaky Gut heilen

Wie ich meine durchlässige Darmwand mit der Paleo-Therapie geheilt habe. Zum Blogeintrag



Paleo als Ernährung - nicht nur für Reizdarmbetroffene

Paleo Diät Reizdarmsyndrom leaky gut

Das Grundprinzip der Paleo-Ernährung ist es, sich natürlich, nachhaltig und gesund zu ernähren. Täglich landen Geschmacksverstärker, Hormone, Farb- und Konservierungsstoffe auf unserem Teller, und man muss sich schon sehr genau informieren, um sie zu vermeiden. Das meiste steckt in verarbeiteten, industriell hergestellten Lebensmitteln, also in den Dingen, die wir verpackt in den (Kühl-) Regalen im Supermarkt finden. Fleisch und Fisch aus Massentierhaltung gilt es zu vermeiden, weil die Tiere Hormone und Antibiotika gespritzt bekommen, die durch den Verzehr in unseren Körper gelangen (darüber hinaus lassen sich auch ethische Gründe gegen Massentierhaltung anführen). Leider finden sich Stoffe wie Spritzmittel auch auf unserem konventionell angebauten Obst und Gemüse. Paleo-Ernährung bedeutet, auf die Qualität der Lebensmittel zu achten und unverarbeitete, ungespritzte Lebensmittel und Protein aus artgerechter Tierhaltung zu sich zu nehmen. 

Verzicht auf Getreide entlastet den Reizdarm

Die Paleo-Ernährung verzichtet auf Getreideprodukte, und das kann für viele Reizdarmbetroffene Sinn machen, denn: 

  • Getreide, vor allen Dingen Weizen, enthält Lektine und Glutene, welche die Darmwand beschädigen. Das kann wiederum zu einer durchlässigen Darmwand (englisch “leaky gut”) führen. Typische Symptome einer durchlässigen Darmwand sind Durchfall, Blähungen, Verstopfung, sowie Aufstoßen und Reflux.
  • Getreide und Getreideprodukte enthalten viel Stärke, die der Körper in Zucker umwandelt. Nicht nur wer abnehmen möchte, sollte auf seinen glykämischen Index achten, auch für Reizdarmbetroffene mit Verdauungsproblemen ist es hilfreich, den Blutzuckerspiegel einigermaßen unter Kontrolle zu haben. 
  • Getreide enthält viel Omega-6. Zwar braucht unser Körper sowohl Omega-6 als auch Omega-3, aber im richtigen Verhältnis, sonst kann es zu Entzündungsreaktionen im Körper kommen. 

Dies sind nur drei Argumente für den Verzicht auf Getreideprodukte, vor allen Dingen für diejenigen unter uns, die unter Verdauungsbeschwerden leiden. Wenn du mehr darüber zu erfahren möchtest, wie Getreide auf unseren Magen und Darm wirkt, findest du auf Paleolifestyle detaillierte Informationen und wissenschaftliche Quellen. 

Warum Milchprodukte schaden können

Reizdarm Milchprodukte

Die Paleo-Ernährung verzichtet weitgehend auf Milchprodukte. Die meisten Milchprodukte enthalten Laktose, die von vielen Menschen nicht gut verdaut wird. Typische Symptome sind Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen. Aber auch Symptome wie Müdigkeit und Schlappheit können eine Folge einer Laktoseintoleranz oder zumindest niedrigen Toleranzgrenzen sein. Weniger verbreitet ist eine Allergie gegen das in Milchprodukten enthaltene Protein Casein, das zu allergischen Reaktionen führen kann. Ob du eine eine niedrige Toleranz, eine Intoleranz oder eine Allergie hast, kannst du mit einem Provokationstest selbst herausfinden. Milchprodukte stehen außerdem im Verdacht, entzündungsfördernd zu wirken.