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Blähungen - was tun?

Stinkende Blähungen beseitigen

Was tun gegen Blähungen?

Blähungen - jeder hat sie, keiner will sie. Blähungen sind peinlich, vor allen Dingen, wenn sie stinken oder nicht leise genug entweichen können...

 

Blähungen und Darmgeräusche sind etwas ganz natürliches, sie sind ein Produkt des Verdauungsprozesses. Deshalb ist es ganz normal, dass hin und wieder ein Lüftchen entweicht. Manchmal weniger, und nach dem Essen eher mehr.

 

Manche Menschen haben mehr Blähungen als andere, und auch andere Darmgeräusche fallen stärker und für Mitmenschen hörbar aus.

Flatulenz - wie viel Blähungen sind normal?

Etwa einmal die Stunde pupsen zu müssen, nach dem Essen etwas häufiger, ist völlig normal. 

Wenn die Blähungen jedoch zunehmen oder schmerzhaft sind, wenn Blähungen ständig auftreten und vielleicht noch nach faulen Eiern riechen, dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen, was da los ist im Darm. 




Blähungen aufgrund von Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Ständige Blähungen können klassische Symptome von Nahrungsmittel-unverträglichkeiten sein.

 

Das kann zum Beispiel eine Laktose-, Fructose oder Histaminintoleranz sein, die sich leicht durch einen Test beim Arzt oder durch einen hauseigenen Provokationstest identifizieren lassen.

 

Es muss nicht gleich eine Intoleranz sein, auch eine niedrige Toleranzgrenze kann zu Blähungen führen. In dem Fall kann zum Beispiel eine eine handvoll Beeren gut verdaulich sein, eine Schüssel Obstsalat dagegen nicht, weil die Fructose-Toleranzgrenze erreicht ist.

 

Oder du verträgst nur einzelne Lebensmittel oder Lebensmittelgruppen nicht gut, was die Suche nach der Ursache der Blähungen natürlich nicht einfacher macht. Aber das ist kein Grund, aufzugeben! Für den Arzt oder einen Ernährungsberater ist es hilfreich, wenn du ein Ernährungstagebuch führst, anhand dessen ein Experte schnell Muster erkennen kann.

 

Wenn es nicht einzelne Lebensmittel oder Lebensmittelgruppen sind, die zu den stinkenden Blähungen führen, kann die sogenannte low-fodmap Diät helfen. Viele Menschen mit Reizdarmsyndrom reagieren empfindlich auf fodmaps, die in einer ganzen Reihe an Lebensmitteln enthalten sind, und profitieren von einer fodmap-armen (“low-fodmap”) Diät.

Blähungen durch Kohlenhydrate und Zucker

Eine weitere häufige Ursache von Blähungen ist der Konsum von Zucker und Getreideprodukten. Beides verursacht Gärprozesse im Darm, die zu Blähungen führen. 

Zucker, auch in Form von Kohlenhydraten, ist mein persönlicher Übeltäter Nummer ein in Sachen Blähungen!

 

Zucker ist in so vielen Nahrungsmitteln enthalten, dass es schwierig ist, darauf zu verzichten. Der Verzicht kann den Darm aber deutlich entlasten und helfen, zu viel Luft im Bauch und Darm loszuwerden.

 

Du kannst mit kleinen Schritten anfangen, um zu testen, in weit sich deine Blähungen durch weniger Zucker reduzieren lassen.

 

Zum Beispiel, in dem du das Brot oder dein Müsli (herkömmliches Müsli beinhaltet sowohl viele Kohlenhydrate als auch Zucker!) beim Frühstück durch Yoghurt mit einem Stück Obst und Nüssen ersetzt. Mit dem Obst nicht übertreiben, auch das enthält Zucker - Fruchtzucker!

 

Wie wäre es mit Gemüse, Salat, Fisch und Fleisch zum Mittag- und Abendessen? Als Snack zwischendurch Obst und Nüsse (bei beidem nicht übertreiben, siehe oben).

 

Und idealerweise hältst du das alles in einem Ernährungstagebuch fest, damit du Veränderungen nachvollziehen und direkt mit dem Essen (oder dem nicht gegessenen) in Verbindung bringen kannst.   

Stinkende Blähungen Tipps

Achtung bei Vollkornprodukten, Quinoa, Bulgur, Couscous & Co: Diese sind hier keine sinnvolle Alternative, da auch sie Kohlenhydrate enthalten. Besser ist es, die Aufnahme von Kohlenhydraten und Zucker insgesamt deutlich zu reduzieren. 

 

Häufige Übeltäter in puncto Blähungen sind außerdem Zuckeraustauschstoffe. Falls du gerne “light” Limonaden trinkst oder zuckerfreien Kaugummi isst, probiere mal, ob du einen Unterschied feststellt, wenn du darauf verzichtest.


Buchempfehlungen* zum Thema Blähungen:



Blähende Lebensmittel

Es gibt ein paar Lebensmittel, die es zu vermeiden gilt, wenn du zu Blähungen neigst. Vielleicht hilft es auch schon, wenn du die Zubereitungshinweise beachtest, auch hier einfach mal ausprobieren. 

  • Zwiebeln - vor allen Dingen rohe Zwiebeln. Gekocht oder angebraten sind sie in der Regel verträglicher. Du kannst auch mal testen, ob du Schalotten besser verträgst als Zwiebeln. Auch hierfür gilt, dass roh tendenziell zu mehr Blähungen führt. 
  • Frühlingszwiebeln - ich vertrage den grünen Teil der Frühlingszwiebeln in kleineren Mengen gut. Der weiße Teil führt tendenziell zu mehr Blähungen. Wie bei Zwiebeln gilt, gegart sind sie leichter verträglich.
  • Knoblauch - auf Knoblauch muss ich leider komplett verzichten, er verursacht bei mir Blähungen im Darm und Oberbauch, die zu Übelkeit führen, und zwar nachhaltig auch noch am nächsten Tag. Wenn du nicht ganz auf Knoblauch verzichten möchtest, probiere mal Folgendes: Knoblauch in grobe Stücke schneiden (so dass du die Stücke wieder leicht entfernen kannst) und sie in heißem Olivenöl schwenken. Gerne auch ein bisschen ziehen lassen. Dann den Knoblauch wieder rausnehmen und das Olivenöl zum weiteren Kochen/Braten verwenden. Es nimmt den Knoblauchgeschmack in der Regel gut auf. 
  • Hülsenfrüchte. Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen: Linsen, Bohnen & Co verursachen bei jedem Blähungen. Wer einen empfindlichen Darm hat und zu viel Luft im Bauch und Darm neigt, den wird es umso härter treffen. Manchen hilft es, wenn sie die Hülsenfrüchte erstens gut abspülen (das Wasser sollte klar und schaumfrei sein) und sie dann zweitens über Nacht einweichen. Vor der weiteren Verarbeitung wieder abwaschen. 
  • Lauch oder Porree: Wie bei den Frühlingszwiebeln ist der grüne Teil in der Regel besser verträglich als der weiße Teil. Einfach mal ausprobieren. Kochen oder garen vor dem Verzehr!
  • Fettiges, frittiertes Essen: Weil es schwer verdaulich ist, sorgt es schnell für Blähungen. Erst recht, wenn dein Körper aufgrund mangelnder Verdauungsenzyme (siehe unten) Probleme hat, das Fett zu zersetzen.
  • Getränke mit Kohlensäure: Klingt eigentlich zu logisch, um wahr zu sein, oder? Ich vertrage überhaupt keine kohlensäurehaltigen Getränke, davon muss ich ständig aufstoßen, bekomme einen Blähbauch, bis die Luft im Bauch schließlich in meinen Darm wandert und dort für Flatulenz sorgt.

Blähungen durch schlechte Essgewohnheiten

Stinkende Blähungen Essen vor dem Bildschirm

Jetzt kommt die Moralkeule. Lies trotzdem weiter, wenn du deine Blähungen reduzieren möchtest. 

 

Isst du hastig? Irgendwie bleibt immer zu wenig Zeit zum Essen? Isst du vor dem Bildschirm? Oder vor dem Fernseher? Ein spannender Film, da muss man schon mal schnell schlucken.

 

Einen wichtigen Teil der Verdauungs-arbeit leisten wir bereits beim Kauen. Oder eben nicht, wenn wir die Nahrung hastig herunterschlucken. Dann hat der Darm natürlich mehr zu tun, und beschwert sich schon Mal in Form von Blähungen. 

Was tun gegen stinkende Blähungen?

Ein Sprichwort besagt: "Laute Pfürze stinken nicht, aber denen, die leise schleichen, sollst du aus dem Wege weichen"

Blähungen mit Geruch nach faulen Eiern

Blähungen stinken nach faulen Eiern oder Schwefel, wenn bei der Verdauung eiweißreicher Nahrung Schwefelwasserstoff freigesetzt wird.

 

Bei den meisten Menschen treten die übelriechenden Blähungen vor allen Dingen (aber nicht nur) abends auf. 

 

Trinkst du Protein-Shakes oder isst Protein-Riegel? Die gibt es nicht nur in jedem Fitness-Studio, sondern mittlerweile auch im Drogerie- oder Supermarkt, und sie kommen daher als wären sie sehr gesund. 

 

Aber erstens sind sie ein ziemlicher Garant für stinkende Fürze, und zweitens enthalten sie häufig allerlei Geschmacksverstärker. Daher rate ich dringend von solchen Protein-Produkten ab, und zwar nicht nur, weil sie zu stinkenden Blähungen führen. 

Stinkende Blähungen Lebensmittel

Auch eiweißreiche Lebensmittel können stinkende Blähungen verursachen.

 

Zu den eiweißreichen  Lebensmitteln gehören Eier, Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Tofu, Hülsenfrüchte und Nüsse. Und wie oben geschrieben Nahrungsmittel, die als Protein-Riegel oder Shakes verkauft werden.   

 

Ich würde nicht grundsätzlich auf eiweißreiche Nahrung verzichten, denn sie sind ein wertvoller Baustein in unserer Ernährung. Und das ist in der Regel auch gar nicht notwendig.

 

Versuche einfach mal, weniger eiweißreiche Nahrung zu essen. Führe diesen Selbstversuch mindesten eine Woche lang durch.

 

Wichtig: Notiere deine Beobachtungen (weniger Blähungen, genau so viele Blähungen, die Blähungen stinken weniger,...) in einem ErnährungstagebuchDadurch kannst du deine persönliche "Proteingrenze" herausfinden, um deine Blähungen auf eine erträgliche Geruchsnote zu reduzieren. 

Stinkende Blähungen und Verdauungsenzyme

Übelriechende Blähungen entstehen auch dann, wenn zu wenig Verdauungsenzyme vorhanden sind. Das ist bei Menschen mit Reizdarmsyndrom häufig der Fall.

 

Die Enzyme werden in der Bauchspeicheldrüse produziert und gelangen in den Magen und Dünndarm, wo sie außer Eiweißen auch Fette und Kohlenhydrate spalten, bevor diese in den Dickdarm gelangen.

 

Werden nicht genügend Enzyme produziert, wird die Nahrung zu wenig verarbeitet und verursacht verstärkt Gase. Das wiederum kann zu einer mangelhaften Versorgung mit mit Nähr- und Vitalstoffen führen, was deine Verdauung verschlechtern sowie deine Reizdarmsymptome verstärken kann.

 

Eine Ärztin hat bei mir anhand einer Stuhlprobe einen Mangel an Verdauungsenzymen festgestellt. Das Problem hat lange gehalten, erst eine komplette Ernährungsumstellung auf Autoimmunprotokoll (Paleo-Therapie) gemeinsam mit einer guten Mischung aus Pro- und Präbiotika hat geholfen. 

 

Nicht nur Ärzte, auch Ernährungsberater und Heilpraktiker kennen sich in der Regel mit Verdauungsenzymen und entsprechenden Mängeln aus. 

Medikamente gegen Blähungen

Mir hilft Iberogast sehr gut. Auch entschäumende Mittel, die du in der Apotheke oder auch im Drogeriemarkt bekommst, lassen sich gut gegen akute Blähungen einsetzen. 

 

Sie sollten jedoch nicht zur Dauerlösung bei Blähungen eingesetzt werden, weil sie nicht die Ursache, sondern nur die Symptome bekämpfen. 


Hausmittel gegen Blähungen

Wunderbar funktionieren bei mir Tees mit Anis und Kümmel, wenn auch nicht so schnell wie die oben genannten Medikamente gegen Blähungen. Auch eine Wärmflasche hilft, den Darm zu entspannen. 

 

In allen Fällen, sowohl bei den Medikamenten gegen Blähungen wie auch den Hausmitteln, entweichen die Blähungen in der Regeln als Flatulenz. Das heißt, ist vermeide es bei der Anwendung in einem Raum voller Menschen zu sein, wie zum Beispiel in der Stille einer Yoga-Stunde..

 

Apropos Yoga, auch Yoga hilft sehr gut, um Blähungen zu lösen. Eine Auflistung der besonders geeigneten Yoga-Positionen findest du hier

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