Reizdarm und CED

Reizdarm ist unsichtbar - chronisch-entzündliche Darmerkrankungen sind es auch

Reizdarm ist KEINE chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED)! Das ist ein großer Unterscheid zu den sogenannten CED-Krankheiten wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa.

 

Und trotzdem gibt es einige Gemeinsamkeiten, zum Beispiel, dass die Krankheiten unsichtbar sind, und damit für Außenstehende (und oft auch für einen selbst) schwer nachvollziehbar. Man sieht ja gar nicht krank aus. 

Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa - chronisch-entzündliche Darmkrankheiten

Bei Morbus Crohn sind meistens Abschnitte des gesamten Magen-Darm Traktes entzündet. Die Entzündungen können auch auf weitere Teile des Körpers wie Gelenke und die Haut übergreifen. 80% der Betroffenen brauchen im Laufe ihres Lebens mindestens eine Operation, um den Schaden zu begrenzen. 


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Auf der tollen Seite Lieber Herr Crohn erfährst du mehr über (das Leben mit) Morbus Crohn. Auch für nicht-Cronies absolut lesenswert!



Colitis Ulcerosa betrifft hauptsächlich den Dickdarm, auch diese Krankheit äußert sich in Entzündungen. Die Betroffenen von Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa leiden häufig unter Krankheitsschüben, die 4-8 Wochen dauern, gefolgt von mehr oder weniger beschwerdefreien Phasen.

 

Symptome sind Durchfälle, Bauchschmerzen und Gewichtsverlust. Also ganz ähnlich wie bei Reizdarmsyndrom. Bevor ein Arzt die Diagnose "Reizdarmsyndrom" stellt, geht er sicher, dass du nicht an einer CED-Krankheit leidest. 

Was Reizdarm und CED-Krankheiten gemeinsam haben

Reizdarm ist unsichtbar

Wie oft ich mich erklären muss: Warum ich etwas nicht esse oder warum ich wie esse. Warum ich Dinge nicht mitmachen möchte (weil mein Reizdarm auf Krawall gebürstet ist, und ich Angst vor peinlichen Situationen, der fehlenden Toilette habe oder einfach weiß, dass ich mehr Ruhe brauche und deshalb nicht unter Leute gehen möchte). 

 

Reizdarmsyndrom ist unsichtbar. Meine Mitmenschen sehen mir nicht an, dass ich (glücklicherweise nur noch selten) Schmerzen habe, meine Lebensqualität eingeschränkt ist. Das ist ja auch gut so - und manchmal eben auch nicht, weil es so schwer nachvollziehbar ist. 

Reizdarm ist ein Tabu

Über seine Verdauungsbeschwerden offen sprechen? Eher nur mit ausgewählten Personen, von denen man weiß, dass sie damit umgehen können, mehr über Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen zu erfahren. Mag nicht jeder hören, das ist völlig in Ordnung. Aber ein bisschen mehr Offenheit für das Thema und weniger Tab würde uns allen gut tun. 

Ich teste die Grenzen in schöner Regelmäßigkeit. Wenn ich neuen Bekannten erzähle, dass ich in Teilzeit arbeite, um mehr Zeit für meinen Blog über "Reizdarm" zu haben, macht sich im ersten Augenblick Stille breit. Die Mutigen brechen die Stille und auch ein klein wenig das Tabu, indem sie Fragen stellen :-)

Es gibt nicht DIE eine Diät bei Reizdarmsyndrom

Genau wie bei CED-Krankheiten muss jeder Reizdarm-Betroffene selbst herausfinden, was ihm oder ihr gut tut. Das kann eine low-fodmap Diät sein, oder die Paleo-Therapie, die speziell auf Autoimmunkrankheiten ausgerichtet ist.

 

Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa sind Autoimmunkrankheiten, Reizdarm dagegen nicht. Trotzdem kann die Paleo-Therapie bei Reizdarm helfen, denn sie hat das Potential, eine durchlässige Darmwand (leaky gut) zu heilen, unter der viele Menschen mit Reizdarm leiden. 

Du bist nicht allein mit deinen Verdauungsbeschwerden - und du kannst etwas dagegen tun!

Allein in Deutschland leben rund 440.000 Menschen mit CED-Krankheiten. Und Reizdarm betrifft noch viel mehr Menschen! Es hilft, sich darüber auszutauschen, voneinander zu lernen. Offen mit dem Thema umzugehen, Tabus zu brechen und Ängste abzubauen, aus der Isolation rauszukommen!

 

Und du kannst aktiv etwas gegen deine Reizdarmbeschwerden tun und lernen, besser mit deinem Reizdarm zu leben. Mach den ersten Schritt! Tipps dazu findest du hier

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