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Reizdarmsyndrom in 3:23 Minuten

Was ist Reizdarmsyndrom

Reizdarm Medikamente machen falsche Versprechen

Komprimiert auf 3:23 Minuten enthält dieser absolut empfehlenswerte Bericht der ARD viel Wichtiges zum Thema Reizdarm. In dem Bericht kommt der Vorstandschef der Barmer, Christoph Straub, zu Wort, und kritisiert Fernsehwerbung, die für Reizdarm-Medikamente wirbt: "Einfach eine Tablette oder ein paar Tropfen eines wahrscheinlich rein pflanzlichen Mittels einnehmen und schon lösen sich dann quälende Durchfälle, Verstopfungen, Bauchschmerzen, Krämpfe in Wohlgefallen auf. So einfach ist es aber leider nicht." Wie oft ich bin ich selbst in diese Falle getappt und habe teure "Reizdarm-Medikamente" gekauft, die mein Geld, aber nicht die Ursache meiner Reizdarm Symptome verschwinden ließen.  

 

Noch wichtiger finde ich die Feststellung des Allgemeinmediziners und Versorgungsforschers Szecsenyi: "Es gibt jetzt nicht die eine Therapie für Patienten mit Reizdarmsyndrom". Denn, so geht es im Bericht weiter, "das Reizdarmsyndrom habe aber nicht nur körperliche Ursachen. Oft spiele die Psyche eine Rolle." 

 


Reizdarmsyndrom hat fast immer auch eine psychische Komponente

Ich habe selbst auf schmerzhafte Weise lernen müssen, wie stark die psychische Komponente bei meinem Reizdarm eine Rolle spielt. Keiner meiner behandelnden Ärzte in meinen 20 Jahren Reizdarm-Erfahrung hat mich darüber aufgeklärt. Das Thema "Psychosomatik" wurde angesprochen, aber die Ärzte vermittelten mir eher das Gefühl, dass ich "eine Tasse Tee trinken und mich entspannen solle". Das Problem liegt nicht nur in der Unwissenheit der Ärzte und dem Fehlen eines "multidisziplinären Behandlungsansatzes", sondern auch darin, dass bei der Behandlung mehr Fokus auf Gespräche anstatt diagnostischer Leistungen liegen müsste. Gesprächsleistungen werden aber schlechter bezahlt.    

 

Hier ist die gute Nachricht für dich: Du kannst selbst etwas gegen deine Reizdarm Beschwerden tun. Dich informieren und herausfinden, was dir gut und was dir nicht gut tut.

Wie kann ich selbst aktiv werden gegen Reizdarmsyndrom?

Führe ein Ernährungstagebuch und bespreche es mit einem Experten, zum Beispiel einem Heilpraktiker. Ein Ernährungstagebuch ist ein guter Anfang, eine Stuhluntersuchung ein guter nächster Schritt. Diese beiden Schritte können dich schon ein großes Stück weiterbringen, um deine Ernährung auf deinen Reizdarm einzustellen! Aber das ist nur eine Komponente.

 

Die psychische Komponente ist genau so wichtig und hier bist du selbst noch viel stärker in der Pflicht. Nimm deine psychische und körperliche Reaktionen im Alltag bewusst war. Hast du viel Stress, im Arbeitsalltag und im Beruf? Hier kommt es nicht darauf an, ob du objektiv gesehen Stress hast, sondern vielmehr ob du subjektiv gestresst bist.

Fällt es dir schwer, abzuschalten? Nimmst du die Arbeit mit nach Hause (physisch oder gedanklich)? Schläfst du nachts schlecht und grübelst?

Bist du ein ständiger Selbstoptimierer (wenn du nicht weißt, was ich damit meine, umso besser! Falls doch, fühle dich ertappt!)?

 

Bist du oft krank, dein Immunsystem offensichtlich geschwächt? Oder gehörst du zu denjenigen, die im Urlaub krank werden, wenn der Körper endlich mal runterfahren kann?  

 

Es gibt so viele weitere Fragen, die du dir selbst stellen kannst und solltest. Es gibt auch ein paar einfache Mechanismen, Stress abzubauen. Yoga ist perfekt dafür, auch Meditation. Oder ein anderer Sport, der dir vielleicht mehr Spaß macht.

  

Wenn du unsicher bist, wie du mit deinem Reizdarm und Stress umgehen sollst, rate ich dir, einen Psychotherapeuten aufzusuchen. Die meisten Krankenkassen übernehmen 4-5 sogenannte probatorische Sitzungen, bei denen du erstens herausfindest, ob eine Therapie dir helfen kann, und zweitens, ob der Therapeut oder die Therapeutin die richtige Person ist, dir zu helfen. Erst nach den probatorischen Sitzungen ist ein wenig administrativer Aufwand notwendig, um die Therapie bei der Krankenkasse abzusichern. 

Hier im Blog und im Bereich "Psyche & Lebensstil" erfährst du mehr zum Faktor "Psyche" bei Reizdarmsyndrom.


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