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Die Balance wiederfinden nach dem "Zuviel" an Weihnachten

Weihnachten als Trigger für Depression

Weihnachten hatte nicht nur ein paar Fallstricke für meinen Reizdarm parat, sondern auch für mein psychisches Wohlbefinden. Für mich bedeutet Weihnachten ein großes ZUVIEL: Zu viel Zucker, zu viel Fett, zu viel Alkohol. Aber auch zu viel Nähe durch die viele Zeit mit Menschen, die mir wichtig sind, die schönen, traurigen und lustigen Gespräche, die Spiele mit meinen Nichten, der Kaffee und der Wein mit Freundinnen, Essen und Gemütlichkeit mit meinen Eltern. Nichts davon möchte ich missen, keine einzige Minute! Und trotzdem fühlt es sich nach "Zuviel" an. Nach den Feiertagen sehne ich mich nach Ruhe und Alleinsein, wie so viele andere Menschen vermutlich auch. Das Gefühl ist manchen stärker, bei anderen weniger stark ausgeprägt. Und bei mir sehr stark. 

 

Bei einem Zuviel (von egal was) macht mein Gehirn nicht mehr mit, zumindest der Teil nicht, der die Emotionen verarbeitet. Als würde sich dieser Teil in die Ecke stellen und sagen "Spielt ihr ohne mich, ich schaue zu", und dann völlig unbeteiligt sein. So fühle ich mich dann. Als wäre ich nur Zuschauer und nicht richtig dabei, auch wenn ich eigentlich mitten drin bin. Ein "Zuviel" ist für mich ein Trigger für Depression, für ein Ungleichgewicht in meiner Hirnchemie. Das passiert nicht an einem Tag, auch nicht nach einer Woche, aber nach einer Phase oder mehreren Phasen von "Zuviel", in der es kein Balance gibt.

Um die Balance wiederzufinden, verbringe ich nach den Feiertagen viel Zeit mit einem neuen Buch, "The Great Alone" (mit dem kitschigen deutschen Titel "Liebe und Verderben"). Es spielt in Alaska und ich tauche stundenlang in die raue und kalte Schönheit dieses Landes ab, die für den Rand der Zivilisation und das Ende der Welt steht. Genau das Richtige nach dem "Zuviel". Ich mache Yoga und gehe Joggen. Dabei spüre ich meinen Körper wieder, denn den kann ich beim Sport weder abhängen noch ignorieren. Nach und nach kehrt die innere Ruhe zurück, ich bin wieder bewusst dabei und schaue nicht mehr nur zu.

Ich versuche mich geistig auf den Neujahrswahnsinn vorzubereiten. Auch dafür und für die Zeit nach dem zuviel an Neujahrswahnsinn werde ich wieder eine Strategie entwickeln. 

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Kommentare: 1
  • #1

    miras_world_com (Donnerstag, 03 Januar 2019 04:02)

    Ja... Weihnachten kann schon körperlich runter machen (lach). Ich muss sagen, dass ich die letzten Jahre auf die Bremse getreten bin. Immer hat hat man soviel gegessen, dass der Magen platzte. Mittlerweile esse ich bis ich satt bin, es reicht ja schon, dass das Essen viel süßer und fetter ist als üblich. Ich wünsche dir alles gute und Frohes Neues Jahr!