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Das Rezept gegen den löchrigen Darm

Reizdarm-Forschung löchriger Darm

Reizdarm und die Darmschleimhaut

Auf Spiegel+ erschien ein interessanter Artikel darüber, "Wie falsche Ernährung den Darm zerstören kann". Der Beitrag wurde von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) ausgezeichnet. In dem Artikel, der leider nur für Abonnenten lesbar ist, geht es darum, dass die westliche Ernährungsweise unserer Darmschleimhaut schadet und sie durchlässig macht. Das dürfte den "Profis" unter uns Reizdarmbetroffenen bekannt vorkommen, denn schon länger steht ein "leaky gut" oder eine durchlässige Darmwand im Verdacht, eine Ursache für Reizdarmsyndrom zu sein.  Die Paleo-Therapie zum Beispiel setzt genau dort an: Die Darmwand zu heilen. 

 

Der Spiegel-Artikel nimmt die Funktion der Darmschleimhaut unter die Lupe. Der Schleim grenzt unseren Körper gegen Billionen von Bakterien ab, die in der Darmschleimhaut leben. "Immunzellen des Körpers lernen hier, Gut und Böse zu unterscheiden. Als nützlich erkannte Bakterien werden im Schleim geduldet. Schädliche werden auf Abstand gehalten, etwa durch Antikörper und giftige Peptide", so der Autor. Er zitiert eine Studie der Stanford University School of Medicine, die zu dem Schluss kommt, dass einseitige und ballaststoffarme Ernährung unsere Darmflora nachhaltig schädigt, weil sie nützliche Bakterien vertreibt. Dadurch entstehen Löcher in der Damrschleimhaut, was den Menschen anfällig macht für allerlei Krankheiten, vor allen Dingen Darmkrankheiten sowie möglicherweise sogar Darmkrebs. 

 

Für die Schleim-Sanierung sei es noch nicht zu spät, auch wenn schon die einen oder anderen nützlichen Bakterien abhanden gekommen seien, so saugt laut Artikel ein Mikrobiologe des Luxembourg Institute of Health in Esch-sur-Alzette. Das Rezept sei ganz einfach: "jeden Tag mehr als 35 Gramm Ballaststoffe zu sich nehmen, aus möglichst vielen Quellen wie Vollkorngetreide, Obst und Gemüse. Dann geht wieder alles wie geschmiert."

 

Das klingt für mich nach einem zu großen Versprechen. Ich habe selbst schon so viele Ernährungs-umstellungen und Diäten gemacht, dass ich zumindest für mich selbst sagen muss: So einfach ist es nicht. Erst mit der Paleo-Therapie, die wesentlich komplexer ist, war ich erfolgreich. Ich denke auch hier gilt wie bei allen anderen Tipps zum Thema Reizdarmsyndrom und Ernährung im Allgemeinen: Jeder muss es für sich selbst herausfinden. Aber: Mehr Ballaststoffe zu sich zu nehmen anstelle der "leeren" Kohlenhydrate, die viel Zucker und weißes Mehl enthalten, wird mit ziemlicher Sicherheit nicht schaden. Das wäre schon mal ein guter Anfang. Also her mit dem Schleim!  

 

Kleiner Hack: Ich habe den Spiegel-Artikel frei zugänglich auf dieser Website abgebildet gefunden.

 

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