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Laktose Provokationstest selbst durchführen

Laktoseintoleranz Test low fodmap Reizdarm

Du kannst sehr einfach selbst testen, ob Laktose (oder auch Fructose) bei Reizdarmsymptomen wie Blähungen, Bauchschmerzen, Sodbrennen oder Durchfall eine Rolle spielen. Der Selbsttest hat den Vorteil, dass auch niedrige Toleranzgrenzen aufgedeckt werden können, die von klassischen H2 Atemtests in der Regel nicht erfasst werden weil sie oftmals die Schwellenwerte nicht überschreiten. Der Selbsttest verlangt jedoch ein wenig Disziplin, denn du solltest du für ca. 4 Wochen komplett auf Milchprodukte verzichten. Ich empfehle auch auf als "laktosefrei" gekennzeichnete Lebensmittel zu verzichten, denn möglicherweise reagierst du zwar nicht auf die Laktose, aber auf das in Milchprodukten enthaltene Protein Casein, das auch in laktosefreien Milchprodukten noch vorhanden ist.

Das ist nicht ganz einfach, denn Laktose ist nicht nur in Milchprodukten enthalten, sondern auch in vielen anderen, vor allen Dingen industriell gefertigten Lebensmitteln, wie fast food Produkte, Backwaren oder auch Schokolade. Daher also immer auf die Liste der Inhaltsstoffe achten, ob Milchprodukte oder Milchpulver zugesetzt wurden.

 

Wenn deine Reizdarmsymptome in den vier Wochen schon deutlich zurückgehen, ist das ein erstes Indiz für eine Laktoseintoleranz oder eine niedrige Toleranzgrenze. Der eigentliche Provokationstest findet dann erst nach den 4 Wochen Laktose-Abstinenz statt. Trink auf nüchternen Magen ein Glas Milch (mit Laktose). Sei darauf vorbereitet, dass dies zu einer starken Reaktion wie Übelkeit oder Durchfall führen kann, sofern du wirklich empfindlich auf die Laktose oder das Casein reagierst. Passiert nichts, kannst du dir ziemlich sicher sein, dass du kein Problem mit Laktose oder Casein hast. Vielleicht liegt deine Reaktion auch irgendwo dazwischen, dir wird ein wenig flau, oder du musst schneller zur Toilette. Die Schwellenwerte sind individuell und jeder muss für sich selbst herausfinden, wie viel er verträgt. Wenn du den verdacht hast, dass du empfindlich auf Laktose oder Casein reagierst, versuche nach dem Provokationstest langsam und Tag für Tag kleine Mengen verschiedener Milchprodukte (z.B. anfangs nur laktosefrei) einzuführen um festzustellen, ob du darauf reagierst oder sie gut verträgst. 

 

Auf diese Art und Weise kannst du auch Fructose testen. Was den Verzicht auf Fructose erschwert, ist, dass Fructose nicht nur in Obst vorkommt, sondern oft in Süßungsmitteln "versteckt" ist. Agavendicksaft, Ahornsirup, Honig, Maltit/Maltitol, Sorbit/Sorbitol Xylit/Xylitol und Glukosesirup sollten in der Karenzphase gemieden werden, da sie in der Regel einen hohen Fructose-Anteil haben. Als Provokotationstest kannst du zum Beispiel getrockente Pflaumen oder Datteln verwenden, die du auf nüchternen Magen isst (Anmerkung: bei getrockneten Früchten ist der Anteil an Fruchtzucker allgemein höher als bei frischem Obst).

 

Mir ist in den 4 Wochen bewusst geworden, wie schwer es mir fällt, auf Milchprodukte zu verzichten, weil sie täglich auf meinem Speiseplan stehen. In der Forschung werden Milchprodukte unterschiedlich bewertet. Zum einen ist das enthaltene Kalzium wichtig für die Knochen und schützt vor Osteoporose, andererseits wird vermutet, dass die in der Milch enthaltenen Hormone die Entstehung von Prostata- und Brustkrebs fördern. Der hohe Fettgehalt erhöht außerdem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wer mehr darüber erfahren möchte, findet auf Provegan eine Zusammenfassung verschiedener Studien. 

 

Ich bin kein Freund von extremen Meinungen, für mich gehören Milchprodukte zu einer ausgewogenen Ernährung. Jedoch in Zukunft in kleineren Mengen als bisher, aus den oben angeführten Gründen, und um den fodmap Gehalt meiner Nahrung in Grenzen zu halten. Stattdessen werde ich noch häufiger zu Pflanzen- anstatt Kuhmilch greifen, Butter durch Kokosöl ersetzen und statt Käse öfters Gemüseaufstriche auf mein Brot streichen. 


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