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Stinkende Blähungen - was tun?

Stinkende übelriechende Blähungen was tun

Als wären Blähungen an sich nicht schon peinlich genug, richtig unangenehm wird es, wenn sie stinken.

Kürzlich habe ich den Tag mit einer Freundin und 2-jährigen Tochter verbracht. Meine Freundin hat immer mal wieder an ihrer Tochter geschnuppert, weil sie annahm, dass die Windel voll sei. Das war sie aber gar nicht, wie sie beim Wechseln feststellen musste, für die "Fahne" war ich verantwortlich. Ups. 

 

Blähungen sind ein häufiges Symptome bei Reizdarm. Oft entstehen sie durch ein Ungleichgewicht der Darmflora, und dann können sich auch schon mal stinken. 

Die Ursache der Blähungen kann ganz einfach in der Ernährung liegen

Wenn Darmbakterien proteinhaltige Nahrung verarbeiten, entsteht Schwefelwasserstoff, der in den Darmwinden als Geruch nach faulen Eiern wahrnehmbar ist. Proteinreiche Lebensmittel sind zum Beispiel Eier, Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Tofu, Hülsenfrüchte und Nüsse, aber auch Eiweiß-Shakes und Eiweiß-Riegel. Es könnte also schon helfen, wenn du weniger eiweißhaltige Nahrung isst. Die am am einfachsten zu verdauende Eiweißquelle ist übrigens Fisch.

Auch der Genuss von Getreideprodukten und Zucker fördert Gärprozesse im Darm und kann Blähungen verursachen. Backwaren und Süßigkeiten gehören bei den Meisten von uns zum Alltag, auf sie zu verzichten ist schwierig, kann den Darm aber deutlich entlasten und Blähungen oder allgemein Reizdarmsymptome deutlich reduzieren. Achtung bei Vollkornprodukten, auch die sind in größeren Mengen keine sinnvolle Alternative, da auch sie Blähungen verursachen können.

 

Es macht auf jeden Fall Sinn, im ersten Schritt die eigene Ernährung und Essgewohnheiten einer kritischen Betrachtung zu unterziehen: Isst du viel Zucker, Kohlenhydrate, Eiweiß, viel Fast Food, sehr spät oder sehr hastig? All dies kann Blähungen verursachen. Häufige Übeltäter sind Zuckeraustauschstoffe. Falls du gerne “light” Limonaden trinkst oder zuckerfreien Kaugummi isst, probiere mal, ob du einen Unterschied feststellt, wenn du darauf verzichtest. Helfen kleine Änderungen in der Essensauswahl und den Essgewohnheiten nicht, die Blähungen zu reduzieren, solltest du auf jeden Fall zum Arzt gehen. 

Stinkende Blähungen aufgrund von Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Blähungen, ob geruchsintensiv oder nicht, sind aber auch klassische Symptome von Nahrungsmittel-unverträglichkeiten. Das kann zum Beispiel eine Laktose-, Fructose oder Histaminintoleranz sein, die sich leicht durch einen Test beim Arzt oder durch einen Provokationstest identifizieren lassen. Es muss auch nicht gleich eine Intoleranz sein, auch eine niedrige Toleranzgrenze kann zu Beschwerden führen. Zum Beispiel kann eine kleine Menge Obst, wie eine handvoll von Beeren, gut verdaulich sein, eine Schüssel Obstsalat dagegen nicht. Auch kann es sein, dass du nur einzelne Lebensmittel nicht gut verträgst, was die Suche nach der Ursache der Blähungen nicht einfacher macht. Für den Arzt oder einen Ernährungsberater ist es hilfreich, wenn du ein Ernährungstagebuch führst, anhand dessen ein Experte schnell Muster erkennen kann. Wenn keine einzelnen Lebensmittel oder Lebensmittelgruppen ausfindig gemacht werden können, ist eine Diät, die sogenannte “fodmaps” reduziert eine Alternative. Viele Menschen mit Reizdarmsyndrom reagieren empfindlich auf fodmaps, die in einer ganzen Reihe an Lebensmitteln enthalten sind, und profitieren von einer fodmap-armen (“low-fodmap”) Diät. 

Mangelnde Verdauungsenzyme können zu stinkenden Blähungen führen

Blähungen entstehen zum Beispiel auch dann, wenn nicht genügend Verdauungsenzyme vorhanden sind. Das ist bei Menschen mit Reizdarmsyndrom häufig der Fall. Die Enzyme werden in der Bauchspeicheldrüse produziert und gelangen in den Magen und Dünndarm, wo sie außer Eiweißen auch Fette und Kohlenhydrate spalten, bevor diese in den Dickdarm gelangen. Werden nicht genügend Enzyme produziert, wird die Nahrung zu wenig verarbeitet und verursacht verstärkt Gase. Das wiederum kann zu einer mangelhaften Versorgung mit mit Nähr- und Vitalstoffen führen, was deine Verdauung verschlechtern sowie deine Reizdarmsymptome verstärken kann. Eine Ärztin hat bei mir anhand einer Stuhlprobe einen Mangel an Verdauungsenzymen festgestellt. Das Problem hat sich bei mir lange gehalten, erst eine komplette Ernährungsumstellung auf Autoimmunprotokoll (Paleo-Therapie) hat geholfen, aber auch das ist individuell verschieden.

Nicht nur Ärzte, auch Ernährungsberater und Heilpraktiker kennen sich in der Regel aus mit Verdauungsenzymen und entsprechenden Mängeln. 

Hilfe und Hausmittel bei stinkenden Blähungen

Bei akuten Blähungen können Tabletten (z.B. Carmenthin) oder Tropfen mit Pfefferminzöl Hilfe leisten, sowie entschäumende Mittel, die du sowohl in der Apotheke als auch in der Drogerie bekommst. Mir hilft Iberogast sehr gut. Diese Hausmittel sollten jedoch nicht zur Dauerlösung bei Blähungen eingesetzt werden, weil sie nicht die Ursache, sondern nur die Symptome bekämpfen. Arbeite mit einem Arzt oder Heilpraktiker gemeinsam daran herauszufinden, was deinen Darm so irritiert, ob du eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hast, wie es um deine Darmflora bestellt ist und wie du diese aufbauen kannst. Wie oben schon erwähnt kann es sehr hilfreich sein, ein Ernährungstagebuch zu führen. 

 

Blähungen können sehr schmerzhaft sein, und gerade wenn du schon tagelang oder sogar länger darunter leidest, solltest du dies von einem Arzt untersuchen lassen - nicht nur wegen des unangenehmen Geruchs, sondern weil eine der oben genannten Ursachen für die stinkenden Blähungen verantwortlich sein und dir möglicherweise sehr einfach geholfen werden kann.  


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