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Reizdarmselbsthilfe - Lass uns drüber reden!

Reizdarmselbsthilfe - Blähungen, Durchfall, Verstopfungen, Bauchschmerzen

Warst du schon mal bei einer Reizdarmselbsthilfegruppe? Wenn nein, warum nicht? Vielleicht hast du noch nie darüber nachgedacht, vielleicht nicht die Notwendigkeit verspürt, oder aber es gibt keine in deiner Nähe. Vielleicht denkst du dir aber auch, dass eine Reizdarmselbsthilfegruppe nicht dein Ding ist. 

 

Worüber redet man denn da? Über Blähungen?! Durchfall?! Verstopfungen?! Ja, genau! Und zwar ziemlich offen. Als wäre es das Natürlichste der Welt. Und ist es das nicht auch? Die Verdauung ist schließlich eine sehr wesentliche Körperfunktion, und niemand weiß das besser als diejenigen, bei denen sie nicht so funktioniert, wie sie sollte. 

 

Wenn ich beim Abendessen mit Freunden oder Bekannten den Salat wähle statt der verlockenden Pizza, und zusätzlich auf das Dessert verzichte, ernte ich fragende Blicke. Wenn ich dann von meiner aktuellen Diät (glutenfrei oder laktosefrei oder gleich low fodmap oder Candida-Diät) erzähle, reichen die Reaktionen von Mitleid (“Oje, ist es wieder schlimm?”) über Unverständnis (“Meinst du nicht, es wäre vielleicht besser, wenn du einfach ganz normal isst?”) bis zu vermeintlichem Verständnis (“Letztens hatte ich auch mal ganz schlimme Bauchschmerzen!”). Vielleicht sollte ich der Einfachheit halber behaupten, ich hätte mehr Lust auf Salat als auf Pizza, basta! Meinen Futterneid zu verbergen, sobald alle anderen ihre Pizza bekommen, fällt mir jedoch schwer. 

 

Bei der Selbsthilfegruppe sitzen alle im gleichen Boot. Die junge Frau mir gegenüber leidet unter akutem Durchfall. Ein paar Jahre lang war Ruhe, aber dann sind die Symptome noch schlimmer als früher zurückgekehrt. Die Frau im fortgeschrittenen Alter kann kaum noch irgendwas essen, ohne Bauchschmerzen zu haben, und man sieht es ihr an. Der ältere Herr dagegen spricht davon, dass er mit einer sehr spezifischen Diät seine Blähungen auf ein Minimum reduzieren konnte. 

 

Es tut gut, offen über die Magen- und Darmprobleme zu reden, die mich fast täglich begleiten. Ohne auf Mitleid, Unverständnis oder vermeintliches Verständnis zu stoßen - sondern auf Mitgefühl und Verständnis. 

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