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Dünndarmfehlbesiedlung als Ursache für Reizdarmbeschwerden

Dünndarmfehlbesiedlung als mögliche Ursache von Magen- und Darmproblemen und Reizdarmsyndrom

Eine Fehlbesiedlung des oberen Verdauungs-traktes ist eine mögliche Ursache für Reizdarm-symptome wie häufiger Durchfall, Bauch-schmerzen oder Blähungen. Dabei siedeln sich vermehrt Bakterien im Dünndarm an, die dort eigentlich nicht hingehören. Eine Dünndarmfehlbesiedlung wird auch kurz als "SIBO" bezeichnet. SIBO ist eine Kurzform für die englische Bezeichnungn "Small Intestinal Bacterial Overgrowth". 

 

Ob eine Dünndarmfehlbesiedlung für deine Reizdarmsymptome verantwortlich ist, kannst du anhand eines H2-Atemtests mit Glukose oder Laktulose feststellen lassen. Sprich am besten mit deinem Arzt/deiner Ärztin oder deinem Ernährungsberater(in) darüber. 

Wie wird eine Dünndarmfehlbesiedlung behandelt?

Die sanfteste Behandlung einer Fehlbesiedlung erfolgt durch die Einnahme von Probiotika, die häufig zur Behandlung von Reizdarmsyndrom eingesetzt werden. Da es viele verschiedene Zusammensetzungen gibt, sollte der behandelnde Arzt oder Heilpraktier das passende Probiotikum empfehlen. 

 

Schlagen Probiotika nicht an, kann auch ein Antibiotikum helfen. Rifaxim ist in der Regel das Anbiotikum der Wahl zur Behandlung einer Dünndarmfehlbesiedlung, da es gezielt im Darm wirkt.

Wie entsteht eine Dünndarmfehlbesiedlung?

Magensäure und ständige Bewegungen im Magen- und Darmbereich sorgen dafür, dass sich schädliche Pilze und Bakterien nicht im Dünndarm ansiedeln können. Wenn aber zum Beispiel zu wenig Magensäure vorhanden ist oder die Produktion von Magensäure durch die Einnahme von Medikamenten gehemmt wird, können sich Mikroorganismen ansiedeln und vermehren. In der Studie "Increased Incidence of Small Intestinal Bacterial Overgrowth During Proton Pump Inhibitor Therapy", die im Clinical Gastroenterology and Hepatology Journal erschienen ist, wurde der Zusammenhang zwischen Protonenpumpenhemmern und Dünndarmfehlbesiedlung untersucht. Protonenpumpenhemmer werden sehr häufig zur Behandlung von Sodbrennen und Reflux eingesetzt - häufige Beschwerden von Reizdarmbetroffenen. 50% der Peronen, die über eine längere Zeit Protonenpumpenhemmer eingenommen hatten, wurden positiv auf Dünndarmfehlbesiedlung getestet. Aber auch eine gestörte Beweglichkeit des Darms, wie sie bei Reizdarmbetroffenen häufig vorkommt, kann dazu führen, dass sich Bakterien und Pilze ansiedeln. 

Unerkannte Nahrungsmittelintoleranzen begünstigen eine Dünndarmfehlbesiedlung. Die Bakterien beteiligen sich an der Verdauung der Nahrung, und produzieren dabei Gase, die zu Blähungen, Verstopfungen, Durchfall oder Krämpfen führen können. Ein weiterer Nebeneffekt kann Mundgeruch sein. 

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