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Vom Darm zum Gehirn statt vom Gehirn zum Darm

Die Bagatellisierung von Reizdarmsymptomen als "Kopfsache" ist leider vielen Betroffenen bekannt. Ohne die hilfreiche Wirkung von Entspannungsmethoden oder alternative Therapien in Frage zu stellen, ist die "Kopfsache" nicht nur eine sehr eindimensionale Betrachtung des Reizdarmsymdroms, sondern auch meistens nicht die Ursache.

Eine australischen Studie mit 1.900 Probanden, die im Juli 2016 veröffentlicht wurde,

hat ergeben, dass 1/3 der Teilnehmer, die zu Beginn der Studie ein ängstlich-depressives Krankheitsbild aufwiesen, ein Jahr später mit Reizdarmsyndrom diagnostiziert wurden. Dies bestätigt die allgemeine Annahme, dass die Psyche bei Reizdarm eine große Rolle spielt. 

 

Noch interessanter fand ich jedoch, dass 2/3 der Teilnehmer mit Reizdarmsyndrom zu Beginn der Studie kein psychologisch auffälliges Krankheitsbild aufwiesen, aber nach Ablauf eines Jahres psychische Störungen (zum Beispiel Angststörungen) zeigten. Die Teilnehmer hatten die psychischen Probleme im Verlauf eines Jahres entwickelt. 

 

Die Verfasser der Studie schlussfolgern, dass in vielen Fällen der Darm der Auslöser und psychische Faktoren die Folgen von Reizdarmsyndrom sind  ("gut-to-brain" anstelle von "brain-to-gut"). 

 

Eine gute Zusammenfassung der Studie findet ihr auf Nurse.com

 

 

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