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Fibromyalgie und Reizdarm - Partner in crime

Gelenk- und Muskelschmerzen Reizdarm

Muskel- und Gelenkschmerzen bei Reizdarm

Ständige Rückenschmerzen - als wären Reizdarm Beschwerden nicht genug, seit Jahren habe ich außerdem fast jeden Tag Rückenschmerzen. Kein Orthopäde konnte bislang einen Grund für die Beschwerden finden.

 

Das kommt mir bekannt vor, schließlich ging es mir mit meinen Reizdarm genau so. Keine organische Ursache für Rücken-, Gelenk- oder Muskelschmerzen - hier kommt das Thema Fibromyalgie ins Spiel.

Schmerzkrankheit Fibromyalgie

Gut, ich habe ein leichtes Hohlkreuz, außerdem die typischen Verspannungen eines Schreibtischtäters, inklusive Maus-Arm.

 

Aber das ist eigentlich kein Grund für die Schmerzen, die sich mal in der unteren Lendenwirbelsäule, mal in den Schultern oder im Nacken bemerkbar machen. Die Schmerzen sitzen nicht immer an der selben Stelle, sie wandern durch den Körper. Jeden Tag ein wenig anders. 

 

Viele Menschen haben Muskelverspannungen, sagt der Arzt. Stimmt, aber ich sehe bei mir einen klaren Zusammenhang mit meinem Reizdarm.

 

Denn an Tagen, an denen mein Reizdarm auf Krawall gebürstet ist, nehmen die Rückenschmerzen deutlich zu. Und siehe da, seitdem ich meinen Reizdarm besser im Griff habe, sind auch die Rückenschmerzen deutlich weniger geworden. Was meinem Reizdarm hilft, tut auch meinem Rücken gut. 


In seinem Buch erklärt Dr. Weiss, wie es zu den verschiedenen Symptomen kommt. Er macht die Zusammenhänge in unserem Körper deutlich, was es einfacher macht, mit der "Schmerzkrankheit" Fibromyalgie umzugehen. 



Fibromyalgie Ursache

Eine mögliche Erklärung dafür heißt Fibromyalgie. Fibromyalgie gilt genau wie Reizdarmsyndrom als funktionelle Störung, weil keine körperliche Ursache für die Schmerzen gefunden werden kann.

 

Das bedeutet aber nicht, dass wir uns die Schmerzen einbilden, sondern man geht davon aus, dass bestimmte Abläufe im Körper und die Kommunikation zwischen Nervenzellen nicht einwandfrei funktionieren. Diese Fehlkommunikation führt dazu, dass unserem Gehirn Schmerz gemeldet wird, wo keiner sein müsste. Auch das kenne ich schon von meinem Reizdarm

 

Fibromyalgie scheint nicht besonders bekannt zu sein und so wissen viele Betroffenen gar nicht, dass es einen Namen gibt für ihre Krankheit. Ich kenne das selbst, ständig auf der Ursache für die Schmerzen zu sein.

 

Und auch wenn immer noch viele Erklärungen offen bleiben, hat es mir geholfen, den Zusammenhang zwischen meinen Rückenschmerzen und meinem Reizdarm zu verstehen. Ich empfand es als enorme Erleichterung, und mit dem Wissen lässt sich dann auch gut an den Rückenschmerzen arbeiten.



Fibromyalgie Symptome

Unter Fibromyalgie werden anhaltende oder immer wiederkehrende Schmerzen in den Muskeln, Nerven, Gelenken oder auch Organen verstanden, die sich nicht erklären lassen.

 

Zu den klassischen Fibromyalgie Symptomen gehören

  • Muskel- und Gliederschmerzen
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • auch Steifigkeit der Muskeln, vor allen Dingen morgens
  • oder das Gefühl von Muskelkater, ohne, dass eine körperliche Betätigung diesen rechtfertigen würde - das trifft bei mir recht häufig zu.
  • Manchen tut auch ganz einfach alles weh.
  • Es gibt Betroffene, die empfindlich auf Druck auf Muskel-Sehnen-Übergänge reagieren. Diese Druckpunkte werden dann als “tender points” bezeichnet.
  • Ein Symptome von Fibromyalgie ist, dass die Schmerzen diffus sein und sich von Tag zu Tag ändern können.

Oft treten die Symptome dann auf, wenn man müde und erschöpft ist. Manche Betroffene können oft gar nicht sagen, wo genau es weh tut, es ist ein bisschen wie wenn man eine dicke Erkältung bekommt und Gliederschmerzen auftreten.

 

Der Vorteil der Erkältung ist, dass sie wieder vergeht, aber Fibromyalgie bleibt einem meistens ein Leben lang erhalten. :-( Über die Zeit können sich die Symptome verändern und auch verstärken.

 

Die gute Nachricht ist, dass sie auch besser werden können, vor allen Dingen, wenn man aktiv etwas dagegen tut. Darüber erfährst du unten mehr. 


Diagnose Fibromyalgie

Die Diagnose Fibromyalgie ist wie Reizdarmsyndrom eine Ausschlussdiagnose. Das heißt, ein Arzt muss zunächst potentielle krankhafte Ursachen für die Schmerzen ausschließen.

 

Manchmal spricht man von Fibromyalgie auch als “Weichteilrheuma”, weil die Symptome denen von Rheuma (und Arthritis) ähneln. Dagegen wehrt sich die Deutsche Fibromyalgie Vereinigung, weil bei Fibromyalgie anders als bei Rheuma keine Entzündungen vorliegen und deshalb auch die Behandlung eine andere sein sollte.

 

Um die Diagnose Fibromyalgie zu stellen, müssen Ärzte sichergehen, dass weder Entzündungen, noch Schäden oder Veränderungen an Muskeln, Sehnen oder Bändern vorliegen. 

 

Wenn der Arzt nach eingehenden Untersuchungen, Röntgenuntersuchung, Bluttests, MRT etc. nichts gefunden hat, erhältst du

  • a) entweder keine Diagnose, oder
  • b) wie bei Reizdarm die Diagnose "Syndrom". In diesem Fall “Fibromyalgiesyndrom”. 

Fibromyalgie und Reizdarm

Laut diesem Artikel auf News Medical leiden bis zu 60% der Reizdarm Betroffenen unter Fibromyalgie. Und auch andersherum haben die meisten Betroffenen von Fibromyalgie nicht selten typische Reizdarm Symptome.

 

Eine mögliche Begründung dafür ist, dass bei beiden Krankheiten ähnliche Mechanismen gibt, wie zum Beispiel die Fehlkommunikation zwischen den Nervenzellen, die die Schmerzen verursachen.

 

Man geht davon aus, dass bei Fibromyalgie das Nervensystem in einem Dauerzustand höchster Alarmbereitschaft ist. Dadurch kommt es zu gesteigerten Sinneswahrnehmungen, nicht nur, was die körperlichen Schmerzen betrifft. Zum Beispiel werden Gerüche verstärkt wahrnehmen und tendenziell als unangenehm eingestuft, sei es der Körpergeruch, Deo oder Parfum der Sitznachbarn oder Essensgerüche. 

 

Eine solche Überempfindlichkeit kann ich an mir selbst feststellen, und sie betrifft Geräusche. Ich habe das Gefühl, im Vergleich zu anderen Menschen laute Geräusche viel eher als störend und als Lärm wahrzunehmen. 

 

Ich vermeide Räume voller Menschen, in denen mehrere Personen gleichzeitig sprechen, weil ich die Geräuschkulisse um mich herum nicht ausschalten kann. Tatsächlich bin ich schon mal zu einem Spezialisten gegangen, um mein Gehör überprüfen zu lassen. Ich war der Meinung, aufgrund der oben geschilderten Schwierigkeiten schlechter hören zu können. Das hat sich nicht bestätigt, im Gegenteil, mein Gehör ist (noch ;-) exzellent.

 

Steigt der Geräuschpegel, bin ich ganz einfach abgelenkt, gefühlt passiert zu viel auf einmal, und ich kann mich schlecht auf ein Gespräch mit meinem Gegenüber konzentrieren.

 

Ich habe beobachtet, dass viele Reize mich nervös und stressanfälliger machen. Ich bin angespannt, und diese Anspannung betrifft die Muskeln und Nerven in meinem gesamten Körper. Hierin sehe ich wieder starke Parallelen zwischen Fibromyalgie und Reizdarm.

Tipps gegen Fibromyalgie-Beschwerden

DIE EINE Therapie gibt es nicht bei Fibromyalgie. Auch das ist eine Gemeinsamkeit mit Reizdarm. Wie Reizdarm lässt sich Fibromyalgie nicht heilen, aber gut behandeln. 

 

 Hier ein paar Tipps, was du gegen akute Muskel- und Gliederschmerzen tun kannst:  

  • ein warmes Bad mit muskelentspannendem Badezusatz nehmen
  • in die Sauna gehen
  • Massage
  • Akupunktur
  • Yoga
  • Faszientraining

Gelenk- und Muskelschmerzen bei Reizdarm

Ich benutze diese Faszienrolle von Blackroll*.  Kürzlich habe ich mir auch noch den Blackroll Ball* zugelegt, der gut ist für einen punktuellen und intensiveren (Achtung, anfangs auch sehr intensiv schmerzhaft! ;-)) Einsatz. 



Beim Yoga dehnst du deine Muskeln. Wenn du zusätzlich (zum Beispiel nach dem Yoga) eine  Blackroll* einsetzt, bearbeitest du auch die Faszien. Wie du die Blackroll richtig einsetzt, kannst du zum Beispiel in den Büchern, die ich unten verlinkt habe, nachschauen, und zwar ganz spezifische für deine "Problemzone".

 

Zusätzlich kann ich den Podcast "Wie steht man wieder auf?" (Spotify) von  ohhhmhhh.de  empfehlen.  In dieser Folge spricht ein Personal Trainer über Mobilisierung und richtiges Faszientraining: "Jeder Körper hat eine bestimmte Art sich zu bewegen, eine für den Körper richtige Art. Wir verlernen diese [unsere ursprünglichen] Bewegungsmuster." Faszien müssten dies kompensieren und ausgleichen, was zur Folge habe, dass sie sich festziehen und "verkleben". Die verklebten, festgezurrten Faszien müssten erstmal gelöst werden, das bringe Schmerzlinderung. 

 

Das fand ich interessant, und in der Praxis hat sich bewiesen, dass regelmäßiges Yoga und Faszientraining mir nicht nur gegen akute Rückenschmerzen helfen, sondern sie auch vorbeugen. Gepaart mit den Maßnahmen zur Behandlung von Fibromyalgie (siehe nächster Abschnitt), bin ich die meiste Zeit beschwerdefrei. 


Ich sollte dabei sagen, dass der positive Effekt von Yoga und Faszientraining nicht gleich nach der ersten Einheit auftritt. Idealerweise macht du beides regelmäßig, wenigstens zweimal die Woche.

 

Denn ganz ehrlich, wenn du schon länger unter häufig auftretenden oder chronischen Schmerzen leidest, dann wäre es zu viel erwartet, dass Ursache schnell behoben ist. Hier musst du Ausdauer beweisen, aber ich verspreche dir, dass es sich durch weniger Schmerzen, und damit gleichbedeutend mehr Lebensqualität auszahlen wird!


Buchempfehlungen* zum Thema Faszientraining und für die Kombination aus Yoga und Faszientraining.



Fibromyalgie langfristig und nachhaltig behandeln

Wenn du Fibromyalgie dauerhaft in den Griff bekommen und verhindern möchtest, dass die Muskel- und Gelenkschmerzen überhaupt erst auftreten, brauchst du -  genau wie bei Reizdarm! - einen Therapie, die auf mehreren Ebenen ansetzt: Bei deiner Ernährung, deinem Lebensstil, und der Bewegung und Entspannungsphasen, die du in deinen Alltag einbaust. 

 

Darüber erfährst du mehr auf der Seite Reizdarm behandeln. Auch wenn die Seite gezielt auf Reizdarm Symptome ausgerichtet ist, helfen die Maßnahmen meiner Erfahrung nach auch gegen Fibromyalgie Symptome. Denn ich habe dann am wenigsten Probleme mit Rückenschmerzen, wenn es meinem Reizdarm gut geht.  

 

Wie schon oben geschrieben kann ich einen engen Zusammenhang zwischen Reizdarm Symptomen und Fibromyalgie feststellen. Deshalb behandle ich meine Rücken- und Gelenkschmerzen genau wie meinen Reizdarm: Mit der für mich passenden Ernährung, Bewegung, Lebensweise und Entspannung. 

Muskel- und Gelenkschmerzen und die Darmflora

Die Darmflora ist nochmal ein anderes Thema als Fibromyalgie. Auf den ersten Blick haben Rückenschmerzen und Gelenkbeschwerden wenig mit der Darmflora zu tun. Wissenschaftler vermuten allerdings schon länger einen Zusammenhang zwischen einem Ungleichgewicht der Darmflora und Entzündungen.

 

Damit kommen Nahrungsmittelunverträglichkeiten als Entzündungsherd in Verdacht. Auch die Ablagerung von Giftstoffen, die im Darm freigesetzt und in Gelenk- und Knorpelgewebe abgelagert werden, können Entzündungen verursachen.

 

Eine Überlastung des Körpers durch sogenannte Fremdeiweiße führt zu einer permanenten Entzündungsbereitschaft oder sogar zu chronischen Entzündungen. Fremdeiweiße werden normalerweise im Darm unschädlich gemacht, jedoch nicht ausreichend, wenn der Darm aber aufgrund von zu wenig Magensäure oder einer geschwächten Bauchspeicheldrüse überfordert ist.

 

Was bei Reizdarm Betroffenen häufig der Fall ist.  Sobald Entzündungen im Körper vorliegen, die zu den Schmerzen führen, sprechen wir nicht mehr von Fibromyalgie, sondern von Rheuma oder Arthritis. 

 

Arthritis ist nicht altersgebunden, jeder kann eine Gelenk-, Muskel- oder Sehnenentzündung bekommen. Zum Beispiel durch Krankheitserreger, die von einem anderen Entzündungsherd über das Blut an das Gelenk verschleppt werden.

 

Wesentlich häufiger ist Arthritis jedoch die Folge von Autoimmunreaktion, bei denen das Immunsystem körpereigene Strukturen angreift, in diesem Fall die Gelenke. Dies führt zu Entzündungsreaktionen. Ursache hierfür könnte ein leaky-gut-Syndrom (durchlässige Darmwand)  sein. Also auch hier der Zusammenhang zwischen Muskel- und Gelenkschmerzen und der Darmflora.

 

Arthritis äußert sich durch Rötungen, Schwellungen und Wärme der betroffenen Stellen, sowie bleibenden Schmerzen, entgegen der Arthrose, bei der die Schmerzen nur bei Belastung auftreten. 

 

Arthrose dagegen ist ein Verschleiß von Gelenken, der hauptsächlich ältere Menschen betrifft. Aber nicht nur, denn Arthrose ist auch eine Folge von jahrelanger Über- oder Fehlbeanspruchung der Gelenke, durch Verletzungen, durch Hochleistungssport oder jahrelanges Übergewicht. Arthrose äußert sich durch  Belastungs- und Anlaufschmerzen.

 

Arthrose und Arthritis treten häufig im Doppelpack auf. Was zunächst "nur" verschlissen ist, entzündet sich zudem.

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Kommentare: 4
  • #1

    Andrea (Sonntag, 11 November 2018 03:30)

    Ich bin durch Zufall auf Deinen Blog gestoßen und diesem Zufall bin ich sehr dankbar!
    Ich plage mich schon lange mit Reizdarm, Fibromyalgie und depressiven Zuständen herum, bin aber noch nie auf die Idee gekommen, dass es da Zusammenhänge gibt. Zusätzlich habe ich Schilddrüsenunterfunktion.
    Ich kann jetzt in eine neue Richtung denken und bin zuversichtlich, dass ich für mich eine Lösung finde.
    Herzlichen Dank für Deine Anregungen!

  • #2

    Britta von LebenmitReizdarm (Sonntag, 11 November 2018 04:40)

    Hallo Andrea,
    danke für deine Nachricht, das freut mich sehr!
    Ich bin mir sicher, dass du einen Weg zur Besserung finden wirst. Nicht aufgeben! Ich drücke dir fest die Daumen für eine baldige Besserung.
    Britta

  • #3

    Luise (Donnerstag, 29 August 2019 20:27)

    Hey, ich habe soeben deinen Blog entdeckt. Ich leide unter einem Reizdarm, Fibromyalgie, Depressionen und Ängsten. Könntest du irgendein pflanzliches Mittel empfehlen (ausgenommen CBD, das ist im Ausland verschreibungspflichtig)?

    Ich bin soso müde und komme da kaum raus, obwohl ich genügend schlafe.

    Liebe Grüße
    Luise

  • #4

    Britta von LebenmitReizdarm (Montag, 16 September 2019 02:02)

    Hallo Luise,

    es tut mir leid zu lesen, dass du von so vielen Dingen auf einmal betroffen bist, Reizdarm, Depressionen, Ängste und Fibromyalgie! Andererseits ist es gut, dass du deine Diagnosen kennst.

    Ich kann dir bezüglich pflanzlicher Mittel nicht wirklich weiterhelfen. Ich nehme an, dass du Johanniskraut schon probiert hast?
    Meine beste Erfahrung gegen Depression, Ängste und inklusive Reizdarm habe ich mit nicht-pflanzlichen Mitteln gemacht: nämlich mit einem klassischen Antidepressivum. Ich habe mich schwer getan mit der Entscheidung, Antidepressiva zu nehmen wegen der vielen potentiellen Nebenwirkungen und der negativen Berichte, die im Internet rumschwirren. Aber für mich persönlich überwiegen die positiven Effekte jegliche Nebenwirkungen!

    Meine Fibromyalgie habe ich am besten über die Ernährung im Griff, siehe Thema Darmflora oben. Für mich bedeutet das wenig Zucker, wenig Kohlenhydrate, möglichst frische Zutaten und Finger weg vom Alkohol und Kaffee (seufz).

    Ich drücke dir die Daumen, dass du schon bald einen Weg findest, deine Beschwerden in den Griff zu bekommen. Das Leben macht einfach so viel mehr Spaß ohne Reizdarmbeschwerden, Depressionen & Co. Nicht aufgeben!
    Britta