Leben mit Reizdarm

Mein Name ist Britta. Mit dieser Website möchte ich Menschen mit Darmproblemen helfen, indem ich meine Erfahrungen aus 20 Jahren Leben mit Reizdarm weitergebe.

  

Es fing an mit Bauchkrämpfen. Als Jugendliche habe ich das erste Mal die Diagnose “Reizdarmsyndrom” erhalten, als mein Hausarzt trotz ausführlicher Untersuchungen keine Ursache für die plötzlich auftretenden und heftigen Schmerzen finden konnte. Später, während des Studiums hatte ich seltener Probleme, aber als ich für den ersten Job nach Wien umzog, kamen neue Symptome hinzu und ich litt monatelang unter einem aufgeblähten Bauch und dauerhaft unter Sodbrennen. Dafür ließ sich eine Erklärung finden, denn ich hatte eine entzündete Magenschleimhaut. Aber auch als die Entzündung abgeklungen waren, blieb das Sodbrennen und steigerte sich über die Folgejahre zu Reflux. Ich ließ mich akupunktieren und nahm chinesische Kräuter, um die Symptome zu lindern, was mir eine Zeit lang half, aber auch nur so lange, wie ich mich behandeln ließ. 

 

Die Lösung schien in Sicht, als ich eine Operation am Zwerchfell vornehmen ließ, um eine Hernie zu schließen. Aber danach änderten sich meine Probleme nur. Das Sodbrennen hielt sich in Grenzen, aber dafür kamen Durchfall und starke Blähungen hinzu. In der Zwischenzeit war ich von Wien nach Nizza und von Nizza nach Dublin umgezogen. Mit jedem Umzug änderten sich die Symptome oder wurden schlimmer und schränkten meine Lebensqualität weiter ein. 

Diagnose Reizdarmsyndrom - Tee trinken und entspannen?

Über die Jahre hatte ich immer wieder Untersuchungen machen lassen, Allergietests, Test auf Candida albicans, Helicobacter Pylori und Sibo, außerdem Röntgen, Ultraschall, Magenspiegelung… ohne eine Erklärung für meine Beschwerden zu finden. Mit dem Land, in dem ich lebte, änderten sich die Symptome und die Ärzte, aber die Diagnose “Reizdarmsyndrom” blieb. Ich zweifelte an der Qualifikation der Ärzte, die mir empfahlen, mich zu entspannen und Kräutertees zu trinken. 

Erfolge mit der low fodmap-Diät

Während meiner Zeit in Dublin bin ich das erste Mal auf die low fodmap-Diät gestoßen, als ich viel auf englischsprachigen Websites recherchierte. Schnell war ich von der Forschung der Monash University zu dem Thema überzeugt, beschloss, mich noch mehr darüber zu informieren, mir das Wissen anzueignen, um mich low-fodmap zu ernähren, denn keiner meiner Ärzte hatte bisher von dieser Diät gewusst. Anfangs war es hart, ich musste ständig eine “grüne” und eine “rote” Liste an Lebensmitteln mit mir führen, und es fiel mir schwer, auf Milchprodukte zu verzichten, beziehungsweise sie einzuschränken. Noch schwieriger war es für mich mit Wein, für den ich eine echte Schwäche habe. Aber die Blähungen und der Durchfall wurden mit der Diät deutlich weniger. Dadurch konnte ich wieder mehr unternehmen, saß nicht mehr so häufig allein zu Hause aus Angst ständig zur Toilette zu müssen und vor peinlichen Momenten. 

Die low-fodmap Diät war ein toller Erfolg, weil sie mir zeigte, wie sich mein Leben anfühlt, wenn es nicht so stark durch meine Magen- und Darmprobleme bestimmt wird. Aber leider stieß ich mit der Diät an meine Grenzen. Sobald ich versuchte  Lebensmittel wieder einführen wollte, kamen die Symptome zurück. Dadurch blieb meine Ernährung auf low-fodmap beschränkt. 

Stress als Trigger für Reizdarmsyndrom

Nach zwei Jahren in Dublin zog es mich zurück nach Deutschland. Ich hatte schon lange davon geträumt, nach München zu ziehen und bekam dort meinen Traumjob. Ich hoffte, dass es auch meinem Magen und Darm gut tun würde, nach 10 Jahren im Ausland wieder in Deutschland zurückzukehren und Unterstützung durch das deutsche Gesundheitssystem zu bekommen, das meiner Meinung nach besser ist als das französische, etwas besser als das österreichische, und ganz sicher um vieles besser als das irische. 

Womit ich nicht gerechnet hatte, war, dass alles noch viel schlimmer werden würde. Die Blähungen und der Durchfall wurden unerträglich. Ich bekam Schlafstörungen, schlief in vielen Nächten nur noch 2-3 Stunden und konnte mich nicht mehr konzentrieren. Der Traumjob wurde zur Belastung, ich wusste nicht mehr, wie ich meinen Alltag schaffen sollte mit dem “brain fog” und der Erschöpfung. Ich fühlte mich leer und unglücklich. 

Paläo-Therapie gegen Reizdarmsyndrom

Ich hatte aber auch eine gute Ärztin gefunden, die ihre Diagnose nicht auf Reizdarmsyndrom beschränkte. Sie sagt, dass in den meisten Fällen unerkannte Unverträglichkeiten und/oder eine geschädigte Darmflora oder Darmwand hinter Reizdarmsymptomen stecken. Sie ordnete ausführliche Stuhl- und Blutproben an. Die Ergebnisse waren nicht gut, und mit der Hilfe der Ärztin begann ich meinen Darm zu sanieren. Meine Ärztin brachte mich auf die “Paläo-Therapie”, eine sehr strenge Form der Paläo-Ernährung, die darauf ausgerichtet ist, die Darmwand zu heilen und autoimmun-Reaktionen im Körper zu reduzieren. Damit adressiert die Therapie, die auf dem Autoimmunprotokoll basiert, die Ursache für Magen- und Darmprobleme, und nicht nur die Symptome. Vier Monate lang hielt ich mich sehr streng an die Diät, ich bereitete alle meine Mahlzeiten selbst zu und aß niemals auswärts. Das nahm viel Zeit in Anspruch und bedeutete ein großes Maß an Stress für mich. Mein Sozialleben war auf ein Minimum reduziert und der Verzicht auf so viele Dinge, die ich gerne esse und trinke, fiel mir sehr schwer. Aber nach zwei Monaten waren die Symptome deutlich reduziert, ich schlief wieder besser, hatte weniger Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall, und meine Blutwerte waren phänomenal. Die Paläo-Therapie war ein Erfolg.

Reizdarmsyndrom und Depressionen

Und trotzdem stimmte etwas nicht. Kleinigkeiten, ob in der Arbeit oder in meinem Privatleben, brachten mich an meine Grenzen. Ich fühlte mich überhaupt nicht mehr belastbar, ausgebrannt und leer. Ich schob dies, wie schon die ganzen Jahre zuvor, auf meine Reizdarmsymptome. Meine Lebensqualität war so stark eingeschränkt, sowohl durch die Symptome, als auch durch die Diät, dass ich nur noch wenig Freude empfand. 

 

Da entschloss ich mich, begleitend zu der Paläo-Therapie eine Psychotherapie zu machen. Schon in der zweiten Sitzung kam das Thema Depression auf. Es hat ein paar Wochen gedauert, bis ich die Diagnose “Depression” akzeptieren konnte, aber im Nachhinein ergibt vieles dadurch einen Sinn. Die Leere und Freudlosigkeit, die mich schon so lange begleitet haben. Das Gefühl, nicht mehr am Leben teilzuhaben, auch wenn ich mich mitten unter Freunden befand, sowie die massiven Schlaf- und die Konzentrationsstörungen. 

Die richtige Therapie für dich finden

Leben mit Reizdarmsyndrom

Ich mache nun seit ein paar Monaten eine Psychotherapie, begleitet durch Medikamente. Es geht mir besser, ich konnte viele Lebensmittel wieder einführen, die ich in der strengen Phase der Paläo-Therapie gemieden habe, und habe trotzdem nur noch wenig Magen- und Darmprobleme. Ich gewinne jeden Tag an Lebensqualität und Lebensfreude zurück! 

 

Mit dieser Website möchte ich dir Mut machen, die richtige Therapie/ Diät für dich zu finden und beschwerdefrei zu werden. Du kannst dir die Umstände nicht aussuchen, dass du zum Beispiel einen empfindlichen Magen und Darm hast, oder viele Lebensmittel nicht verträgst. Aber du kannst selbst wählen, wie du damit umgehst! Nimm deine Gesundheit und dein Wohlbefinden selbst in die Hand, suche dir einen guten Arzt oder Ernährungsexperten und arbeite mit ihm oder ihr gemeinsam daran, deinen Körper zu heilen. Ärzte und Experten zeigen dir mögliche Wege auf, ausprobieren musst du sie jedoch selbst, denn niemand kennt deinen Körper so gut wie du! Neues zu probieren bedeutet häufig Verzicht auf Dinge, die man gerne isst/trinkt/tut, dass man seinen Lebensstil ändern und mehr Ruhe finden muss. Aber das ist es wert, wenn du dadurch wieder Lebensqualität und Freude zurück gewinnst. Sei frei und leben dein Leben!

 

Die Informationen auf dieser Webseite sind keine medizinische Beratung, sondern zur Information und Motivation für Reizdarm Betroffene gedacht, aktiv daran zu arbeiten, beschwerdefrei zu werden. Wenn du gerne teilen möchtest, wie es dir ergeht, dann kontaktiere mich per Email an britta@lebenmitreizdarm.de oder über das Formular rechts. Ich versuche jede Nachricht zu beantworten. Ich pflege die Website und den Blog in meiner Freizeit, daher sieh es mir nach, falls es länger dauert mit der Antwort. 

 

Ich bin keine Ärztin, auch keine Ernährungsberaterin. Die Inhalte auf dieser Website beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen, beziehungsweise auf den zitierten Quellen. 

 

Ich empfehle allen, die unter Reizdarm-ähnlichen Beschwerden leiden, diese mit einem Arzt abzuklären um mögliche organische Ursachen auszuschließen!